Australisches Filmfest: Publikumsliebling war "Siam Sunset"

29. Juni 2002, 21:47
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Wiederholung beim Abschlusswochenende

Ein von einem Flugzeug herabfallender Kühlschrank beendet das Lebensglück des englischen Farbchemikers Perry (Linus Roache) - und das nicht nur, weil auf groteske Weise die geliebte Gattin getroffen wird: Das Gefühl, Magnet für Unglücksfälle aller Art zu sein, verstärkt sich, als ein Lastwagen in sein Wohnzimmer donnert und ihm der rötliche Farbton "Siam Sunset" einfach nicht gelingen will. Eine beim Bingospiel gewonnene Busreise durch Australien könnte ein Wendepunkt sein - denkste: Der Bus ist desolat, die Mitreisenden verschroben bis aufdringlich, und die nicht abreissende Pannenkette führt zum Stranden im wüstenhaften Nirgendwo.

John Polsons schwarzhumoriger "Siam Sunset", der Elemente der Groteske, des Nummerkabaretts, der "Down Under"-Folklore, der romantischen Komödie und schließlich auch eines Spatters à la Peter Jackson lose zusammenhängt, erwies sich beim in Wiens Stöbergasse abgehaltenen Australischen Filmfestival nach Auszählung der Stimmzettel am Freitagabend als Publikumsliebling - und wurde daher am Samstag (um 19:30 Uhr) noch einmal gebracht.

Davor stand um 18:00 Uhr noch ein Potpourri pointierter Kurzfilme am Programm, danach um 21:30 die kurzweilig freie Verfilmung der Lebensgeschichte des durch Medienpräsenz weithin populär gewordenen Unterweltlers "Chopper": Eric Bana, bald als "Hulk" auf Leinwänden omnipräsent, verkörpert mit teddybärenhaften Charme einen jener rauhen Typen, den sich insgeheim viele als Buddy wünschen. Am Sonntag steht dann noch das Aborigine-Jugenddrama "Yolngu Boy" am Programm, schließlich als Festivalabschluß die vile gelobte historische Farce "Children of the Revolution". Unter anderem dazu siehe den Artikel von Claus Philipp 'Viel Neues im "Mad Max"-Land'.
(hcl)

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