Kartenzahlen in Euro-Staaten ab Montag nicht teurer als daheim

30. Juni 2002, 17:00
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Im übrigen Ausland werden auch weiterhin Gebühren eingehoben - Barabhebung in Eurozone gratis

Brüssel - Zum Auftakt der Ferien profitieren die Konsumenten in Euroland von einer neuen EU-Verordnung, die ab Montag in Kraft tritt. Österreicher können ab 1. Juli innerhalb der Eurozone kostenlos von Bankomaten Geld abheben und mit der Kreditkarte zahlen, denn sie haben dafür nur mehr die gleichen Kosten wie bei einer Transaktion daheim. Die Auslandsgebühren beim Einsatz des Plastikgelds entfallen. Für Geldbehebungen mit Kreditkarte werden allerdings nach wie vor Extragebühren verlangt.

Wem seine Bank höhere Kosten verrechnet, solle sich zunächst beim Bankinstitut und dann bei einer Schlichtungsstelle beschweren. Die EU-Verordnung sei aber auch direkt bei einem heimischen Gericht einklagbar, hob Kommissionssprecher Jonathan Todd zu dieser Causa zuletzt hervor.

Überweisungen

In einem Jahr, ab 1. Juli 2003, werden auch Auslandsüberweisungen so viel kosten wie Inlandsüberweisungen. Es sei das Problem der Banken, wie sie diese Gesetzesbestimmung umsetzen, sagte Todd. Aber die Konkurrenz werde dazu führen, dass die Banken ihre Inlandsgebühren nicht erhöhen. Und sollte es zu einer plötzlichen konzertierten Anhebung der Gebühren in einem Land kommen, dann würden das die nationalen Wettbewerbsbehörden und EU-Kommissar Mario Monti "mit Interesse beobachten", so Todd.

Zuvor kostete nach Angaben der EU-Kommission eine Bankomatabhebung im Ausland durchschnittlich vier Euro, während der gleiche Vorgang im Inland meist kostenlos ist oder wenige Cent kostet. Die neuen Bestimmungen gelten für Transaktionen bis zu 12.500 Euro.

Die EU-Institutionen haben wie berichtet diese Verordnung gegen den Willen der Banken beschlossen. (APA)

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