Die Kupferspirale ist besser als ihr Ruf

28. Juni 2002, 07:30
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Neue Ergebnisse aus der Verhütungsforschung: Sie führt nicht zu Entzündungen

Lange Zeit galt die Spirale als nicht geeignetes Verhütungsmittel für junge Frauen, die keine Kinder geboren haben. Sie stand im Verdacht, Eileiterentzündungen und dadurch bedingte Unfruchtbarkeit zu verursachen. Einer neuen Studie zufolge ist dieser Vorwurf im Fall der Kupferspirale nicht haltbar. Darauf verweißt das Frauengesundheitszentrum Graz.

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass nicht der Gebrauch der Spirale oder die Dauer ihrer Verwendung verantwortlich für Eileiterschädigungen sei, sondern vielmehr eine nachgewiesene Ansteckung mit Chlamydien, einer sexuell übertragbaren Infektion.

Infektionen vorher ausschließen

Das Frauengesundheitszentrum Graz empfiehlt daher auch jüngeren Frauen bzw. Frauen ohne Kindern sowie deren Ärztinnen und Ärzten, das Einsetzen einer Kupferspirale als eine Möglichkeit und Alternative zur Pille zu erwägen. Das gelte allerdings nur für Frauen, die nicht unter starken oder schmerzhaften Blutungen oder unter Myomen leiden sowie für diejenigen mit geringeren Risiken für sexuell übertragbare Krankheiten. Dazu Sylvia Groth, Geschäftsführerin im Frauengesundheitszentrum Graz: „Frauen, die sich für eine Spirale entscheiden, sollten wissen, daß es sinnvoll ist, vorher mit einem Test Infektionen, vor allem durch Chlamydien, auszuschließen. Zudem sollten sie wissen, dass eher das Einsetzen einer Spirale, nicht aber die Dauer ihrer Benutzung mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden ist. Frauen, die mit ihrer Spirale gut zurecht kommen, können sie beruhigt über einen längeren Zeitraum verwenden als es bisher üblich war.“

An der im New England Journal of Medicine veröffentlichten Untersuchung nahmen insgesamt 1895 Frauen aus Mexico-City teil. Die Studie verglich 358 Frauen mit nachgewiesenen Eileiterverschlüssen mit 953 Frauen, die als unfruchtbar galten, ohne dass die Eileiterfunktion beeinträchtigt war. Eine zweite Kontrollgruppe bestand aus 584 erstmals schwangeren Frauen. (red)

Frauengesundheits-
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