Mann wollte Ehefrau "in den Himmel" schicken

27. Juni 2002, 14:49
posten

Stiche in Schulter und Brust - 46-Jähriger leidet an Psychose

Wien - Weil sie die religiösen Wahnvorstellungen ihres Ehemannes nicht mehr aushielt, ließ sich Naval B. scheiden. Der 46-Jährige besuchte sie allerdings weiter regelmäßig in ihrer Wohnung in Wien-Döbling. In der Nacht zum 5. Februar 2002 weckte Gebro B. die um vier Jahre ältere Frau und sagte, ehe er ihr ein Messer in die Schulter stach: "Ich habe eine gute Nachricht für dich. Du gehst in den Himmel." "Ich habe kein Interesse gehabt", erklärte seine Ex-Frau am Donnerstag in einem Wiener Schwurgericht.

In Anstalt eingewiesen

Der Mann leidet an einer schizo-affektiven Psychose, hat seit geraumer Zeit einen Sachwalter und ist dank einer kleinen Pension vom Erwerbsleben frei gestellt. Seiner Zurechnungsunfähigkeit wegen wurde er ohne Ausspruch einer Strafe in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Die Entscheidung des Gerichts ist bereits rechtskräftig.

Zweimal attackiert

Sie habe sich nicht getraut, ihren früheren Mann abzuweisen, wenn er an ihrer Tür klopfte, berichtete Naval B. den Geschworenen. Als er zum bisher letzten Mal vorbei schaute, verlangte er von ihr und dem gemeinsamen 18-jährigen Sohn, die beiden sollten "Christus ein Bussi geben". Die 50-Jährige zog es vor, ein Schlafpulver einzunehmen und sich im Nebenraum niederzulegen. Plötzlich stand er mit dem Messer vor ihr.

Mit der Stichwunde in der Schulter flüchtete die Frau ins Zimmer ihres Sohnes. Ihr Ex-Mann wusch die blutige Waffe, trocknete sie ab, nahm ein anderes Messer an sich und folgte ihr, um sie ein zweites Mal zu attackieren. Dabei traf er sie im rechten Brustbereich. Naval B. wurde dabei schwer verletzt, was für den Täter - wäre er im strafrechtlichen Sinn schuldfähig - eine Anklage wegen versuchten Mordes zur Folge gehabt hätte. (APA)

Share if you care.