Zugpassagiere wollen 500 Euro für Horror-Bahnfahrt

27. Juni 2002, 14:01
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Mehr als 60 Grad nach Ausfall der Klimaanlage in "Wupper-Express"

Düsseldorf - Eine Horror-Fahrt mit der Bahn am bisher heißesten Tag des Jahres in Deutschland wird zum Fall für die Juristen. Acht der schätzungsweise rund 400 Fahrgäste des "Wupper-Express" fordern nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen jeweils 500 Euro Schmerzensgeld, weil in den Waggons nach Ausfall der Klimaanlage mehr als 60 Grad geherrscht haben sollen.

Körperverletzung

"Hier liegt Körperverletzung durch Unterlassen vor", sagte Christian Schirmer von der Schlichtungsstelle Nahverkehr der Verbraucherzentrale am Donnerstag. Der "Wupper-Express" war am 18. Juni bei 37 Grad Außentemperatur mit defekter Klimaanlage von Düsseldorf abgefahren, bestätigte die Bahn. Bei einem unplanmäßigen Halt auf freier Strecke wegen einer Signalstörung nahe Mönchengladbach heizten sich vier der fünf Doppelstockwagen auf.

"Versiegelter Karton"

Eine 20-Jährige aus Mönchengladbach brach laut Schirmer im Zug zusammen und musste wegen Austrocknung stationär im Krankenhaus behandelt werden. Der Schaffner habe sich im einzig noch klimatisierten Waggon aufgehalten, ohne sich um das Schicksal der Fahrgäste zu kümmern, kritisierte Schirmer. "Der Zug war wie ein versiegelter Karton." Die Bahn entschuldige sich ausdrücklich für den Vorfall, sagte Bahnsprecher Manfred Ziegerath. Die Schmerzensgeldforderung werde von Juristen der Bahn geprüft. (APA/dpa)

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