Rekordpreis für eine "Unbefleckte Empfängnis"

27. Juni 2002, 13:37
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Surrealistisches Buch mit Foto-Collagen von Eluard und Breton - Auktionserfolg auch für Gerhard Richters "Wolkenstudie: Grün-Blau"

Paris/ London - "Die unbefleckte Empfängnis" ("L'Immaculee conception"), ein Buch der französischen Schriftsteller Andre Breton und Paul Eluard, ist für über 300.000 Euro versteigert worden. Das 1930 von Jose Corti herausgegebene Werk aus dem Privatbesitz Eluards errang am Mittwoch den Höchstpreis einer Literaturversteigerung surrealistischer Werke, sagte ein Sprecher des Auktionshaus Sotheby's in Paris. Auch Briefe, Manuskripte und Zeichnungen von Stefan Zweig, Rainer Maria Rilke und Max Ernst standen zur Versteigerung.

Die "Unbefleckte Empfängnis" enthält Foto-Collagen und Selbstporträts beider Verfasser sowie zwei Originalzeichnungen des spanischen Malers Salvador Dali. Bei der Versteigerung eines Teils der Sammlung eines Privatmannes wurden insgesamt über 300 Werke mit einem Gesamtwert bis zu 3,5 Millionen Euro angeboten. Richter-Rekord in London

Das Ölgemälde "Wolkenstudie: Grün-Blau" von Gerhard Richter ist bei Sotheby's in London für 1,9 Millionen Pfund (drei Millionen Euro) versteigert worden. Wie das Auktionshaus am Donnerstag mitteilte, wurde damit das Vierfache des Schätzpreises erzielt. Das 1970 geschaffene Werk des deutschen Malers war damit am Mittwochabend das Toplos einer Versteigerung von Gegenwartskunst, die nach Angaben von Sotheby's insgesamt 14,1 Millionen Pfund erbrachte.

Das Gemälde "Holländische Seeschlacht" (1984), ebenfalls von Richter, wurde einem ungenannten Bieter für 556.650 Pfund zugeschlagen. Die Auktion, bei der unter anderem Andy Warhols Bild "Little Electric Chair" 1,1 Millionen Pfund erzielte, habe erneut das Interesse an Gegenwartskunst hoher Qualität bestätigt, sagte eine Sprecherin hoffnungsvoll. (APA/dpa)

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    Andre Breton und Paul Eluard: "L'Immaculee conception"

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