Verurteilung von russischem Umweltjournalisten Pasko bestätigt

27. Juni 2002, 13:01
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Reporter ohne Grenzen bestürzt - Journalist hatte Entsorgung von Atommüll gefilmt

"Reporter ohne Grenzen" ist bestürzt, dass das Urteil gegen den russischen Journalisten Grigori Pasko, der wegen "Landesverrat" eine Haftstrafe von vier Jahren verbüßt, am Donnerstag vom obersten Militärgericht in Moskau bestätigt wurde. "Damit hat Russland vor den Augen der Welt über sich selbst das Urteil gesprochen", erklärte Robert Menard, Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation, am Freitag.

"Präsident (Wladimir) Putin mag behaupten, dass sein Land demokratisch und die Justiz unabhängig seien, das wird ihm aber niemand glauben. Das selbe Gericht erkannte im Februar, dass der Schuldspruch ungültig sei. Wir werden diese Karikatur von Justiz weiter anprangern und verlangen die sofortige Freilassung von Pasko", forderte Menard in Paris.

Pasko wurde am 25. Dezember 2001 von einem Militärgericht in Wladiwostok zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Journalist und Offizier hatte 1997 Angehörige der russischen Pazifikflotte bei der Entsorgung von Atommüll in das japanische Meer gefilmt. Das Filmmaterial wurde später in Russland und Japan veröffentlicht. Am 12. Februar annullierte das höchste Militärgericht Russlands zwar das Dekret des Verteidigungsministeriums, auf Grund dessen der Journalist verurteilt wurde, dennoch ließ man Pasko nicht frei: Die Annullierung sei nicht rückwirkend gültig. (APA)

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