Kastrationsprojekt für Streunerkatzen

27. Juni 2002, 12:17
posten

Mit der einzig sinnvollen Methode für Tierschützer die weitere Vermehrung zu stoppen sollen zehntausend herrenlose Katzen in Österreich operiert werden...

Wien - Zehntausende herrenlose Katzen fristen in Österreich nach Angaben des Tierschutzvereins "Vier Pfoten" ein Dasein als Streuner und vermehren sich unaufhaltsam weiter. Das Problem werde von den Behörden negiert: "Selbsthilfe" durch grausames Töten des ungeliebten Katzennachwuchses sei weit verbreitet, lös aber im Gegensatz zur Kastration das Problem nicht. "Die einzig sinnvolle und humane Methode, um das Problem an der Wurzel anzupacken, ist die Kastration der Katzen ", betonte der Projektleiter des nun anlaufenden "Vier Pfoten"-Streunerkatzenprojekts, Til Ulbricht, die gängige Praxis an.

Startschuss für das Kastrationsprojekt

Startschuss für das Kastrationsprojekt ist der 1. Juli, das Ende ist für 31. August geplant. Kosten und Koordination der gesamten Aktion übernehmen die "Vier Pfoten". Unterstützung kommt von 30 Tierärzten und 45 Kooperationpartnern, denen Tierschutz ein Anliegen ist, hieß es heute, Donnerstag, in einer Aussendung. Ausschlaggebend für die Ausweitung des Projektes auf ganz Österreich sei der große Erfolg des im Frühjahr 2001 durchgeführten Pilotprojekts in Niederösterreich gewesen.

Mehr Unterstützung zur Lösung der Problematik würde sich Ulbricht von Behörden und Gemeinden wünschen. Schließlich liege der Umgang mit herrenlosen Tieren von Gesetz wegen in deren Zuständigkeitsbereich: "Statt Lösungskonzepte zu erarbeiten, wird das Problem von den zuständigen Stellen negiert", ärgert sich Ulbricht über die Gleichgültigkeit, mit der man bei vielen Gemeinden und Behörden der Streunerkatzenproblematik begegne. (APA)

Share if you care.