Posthume Ehrung für "Amerikas Wallenberg"

27. Juni 2002, 11:36
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US-Diplomat Hiram Bingham missachtete im Zweiten Weltkrieg Regierungsanweisungen und stellte tausende Visa für flüchtende Juden aus

Washington - Die USA ehren einen amerikanischen Diplomaten, der sich im Zweiten Weltkrieg den Anweisungen aus Washington widersetzt und in Frankreich Hunderte Juden gerettet hatte, indem er ihnen Visa ausstellte. Wie der Verband der US-Diplomaten am Mittwoch in Washington mitteilte, wollte Außenminister Colin Powell den damals in Marseille tätigen Diplomaten Hiram Bingham am Donnerstag mit der offiziellen Ehrung die Anerkennung verleihen, die ihm zu Lebzeiten verwehrt geblieben war.

Hiram Bingham war 1940 Vizekonsul in Marseille und stellte damals mindestens 2500 Juden ein Einreisevisum für die USA aus, darunter auch Künstlern wie Marc Chagall. Er verstieß damit gegen eine offizielle Anweisung Washingtons, das damals noch neutral bleiben wollte und die Juden aus Osteuropa zudem für radikale Linke hielt. Nach dem Krieg wurde Bingham aus dem diplomatischen Dienst gedrängt. (APA/dpa)

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