Quadriga: Neuer Anlauf für AHT-Übernahme

27. Juni 2002, 12:50
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Nach Scheitern von freiwilligem Übernahmeangebot gibt es jetzt ein Pflichtangebot

Wien - Die Quadriga Capital Ltd., St. Helier/Jersey, unternimmt nach dem Scheitern ihres freiwilligen Angebots nun einen neuen Anlauf zur Übernahme des börsenotierten steirischen Kühlgeräteherstellers Austria Haustechnik AG (AHT), Rottenmann, und wird den AHT-Aktionären über ihre 100 Prozent-Tochtergesellschaft Freezing & Chilling Beteiligungs GmbH (FCB), Wien, ein Pflichtangebot gemäß § 22 Übernahmegesetz (ÜbG) unterbreiten.

Mit Wirkung zum 29. Juni 2002 habe FCB von verschiedenen großen Aktionären insgesamt 62,7 Prozent des stimmberechtigten AHT-Kapitals, d.h. 1,015.346 Stückaktien, erworben. Somit habe Quadriga mit Wirkung zum 29. Juni die AHT mehrheitlich übernommen, erklärte Quadriga am Mittwoch Abend in einer Ad-hoc-Mitteilung. Der Ankaufspreis beträgt 21 Euro. Quadriga sei nunmehr gemäß Übernahmegesetz verpflichtet, den übrigen Aktionären ein Pflichtangebot zu gleichfalls 21 Euro zu unterbreiten.

Klarheit erwünscht

Die Übernahmekommission hatte zuvor auf Antrag von FCB die Sperrfrist gemäß § 21 Abs. 4 ÜbG mit Ablauf des 28. Juni 2002 aufgehoben. Dafür war ausschlaggebend, dass durch den Aktienerwerb seitens Quadrigas die Interessen der Zielgesellschaft und ihrer Aktionäre nicht verletzt werden. Der AHT-Vorstand hatte in einer offiziellen Stellungnahme ausgeführt, dass es vielmehr im Interesse der Gesellschaft ist, wenn "ehestmöglich endgültige Klarheit über die zukünftige Eigentümerstruktur geschaffen wird".

Das vorausgegangene freiwillige Übernahmeangebot von Quadriga für 90 Prozent der stimmberechtigten AHT-Aktien war mit Fristende am 12. Juni 2002 knapp gescheitert. Trotz zuletzt breiter Unterstützung waren nur 84,87 Prozent der Aktien der Quadriga zum Kauf angeboten worden. Als Folge war Quadriga für zwölf Monate der Erwerb von AHT-Aktien nicht gestattet.

Unterstützung durch Kleinaktionäre

Durch den nu erfolgten Erwerb von 62,7 Prozent des stimmberechtigten Kapitals in Folge der Aufhebung der Sperrfrist erhalten die interessierten Aktionäre mit einer Frist von bis zu 50 Börsetagen die Möglichkeit, die Aktien zu 21 Euro an Quadriga zu veräußern. "Beim zweiten Anlauf", zeigt sich Stephan Jaax, Director bei Quadriga Capital Ltd., überzeugt, "werden wir eine höhere Annahme unseres Angebots erreichen, zumal jetzt offensichtlich ist, dass auch sehr viele Kleinaktionäre unser Konzept unterstützt haben".

Vorteilhaft für die Information der Aktionäre werde sich auch auswirken, dass jetzt alle Aktionäre per Depotbrief bzw. Mitteilung der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) über das Angebot informiert werden könnten. Durch die Gesetzesänderung mit 1. Juli 2002 würden alle Aktionäre, also auch diejenigen erreicht, die bisher die Wertpapiere in anonymen Wertpapierdepots hielten. Quadriga werde in den nächsten 20 Börsetagen die Angebotsunterlage der Übernahmekommission überreichen. Darüber hinaus werde Quadriga über den genauen Ablauf für das Pflichtangebot durch Anzeigen und Presseveröffentlichung informieren. Der Kurs der AHT-Aktien an der Wiener Börse pendelte heute um 20 Euro, unterhalb des Angebotspreis von 21 Euro. Er schwankte zwischen 19,65 (low) und 20,25 (high). Geschlossen haben die Titel dann mit 20,25 Euro um 1,25 Prozent über dem Vortagesschluss (20,00). (APA)

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