Lebenslange Haft für Mord an Journalisten

26. Juni 2002, 22:36
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Italienische Fernsehreporterin und Kameramann 1994 in Somalia erschossen

Ein römisches Berufungsgericht hat am Mittwoch den 27jährigen Somalier Hashi Omar Hassan wegen des Mordes an der italienischen Reporterin Ilaria Alpi und dem Kameramann Miran Hrovatin, die am 20. März 1994 in Somalia von einem siebenköpfigen Killerkommando ermordet worden waren, zu lebenslanger Haft verurteilt. Hassan wurde sofort nach dem Urteil festgenommen. In erster Instanz war er im Juli 1999 freigesprochen worden. Bis zuletzt hatte Hassan seine Unschuld beteuert.

Mord aus Rache

Der Somalier hatte laut den römischen Richtern das Kommando angeführt, das in Mogadischu den Wagen blockiert hatte, mit dem die 34jährige Journalistin des Staatsfernsehens RAI und der Kameramann fuhren, und die beiden anschließend kaltblütig erschoss. Nach Angaben der Staatsanwälte, die über vier Jahre lang die Ermittlungen führten, hatte das Kommando die beiden Italiener aus Rache ermordet, weil italienische Soldaten mehrere Somalier während einer UNO-Friedensmission zwischen 1992 und 1994 gefoltert hatten.

Hintermänner nicht enttarnt

Hassan, der von italienischen Soldaten festgenommen worden war, soll selbst zusammen mit anderen Somaliern von Italienern im Bereich des Hafens von Mogadischu gefesselt ins Meer geworfen worden sein. Nur aus Zufall habe sich Hassan retten können. Mit dem Mord an Alpi und Hrovatin habe er sich den Staatsanwälten zufolge rächen wollen.

Die Eltern der Journalistin, die sich seit Jahren für die Klärung der Hintergründe des Mordes bemühen, erklärten sich über den Verlauf des Prozesses enttäuscht. Die Hintermänner sowie die anderen fünf Mitglieder des Kommandos, das auf Alpi und Hrovatin geschossen hatte, seien nicht enttarnt worden. (APA)

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