Schluss mit lustig an Berlins Komischer Oper

26. Juni 2002, 22:22
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Vertrieben "Sparzwänge" die Ballettchefin nach nur sechs Monaten?

Berlin - Die Ballettchefin der Komischen Oper Berlin, Blanca Li, ist nach nur sechs Monaten zurückgetreten. Sie reagiere damit auf die Sparzwänge an dem Haus, teilte die Bühne am Mittwoch mit. "Unter diesen nicht ausreichenden finanziellen Rahmenbedingungen kann ich weder für künstlerische Qualität in meinem Bereich noch für die Gesundheit meiner Tänzer garantieren", begründete Li laut Komischer Oper ihren Schritt. "Ich bin enttäuscht. Berlin als Kulturmetropole hat anderes verdient."

Kultursenator Thomas Flierl bedauerte den Schritt Lis und bestritt die von der Komischen Oper genannten Gründe. Die Künstlerin habe ihm in einem persönlichen Gespräch die Gründe dargelegt, warum sie die Komische Oper verlässt. "Es waren keineswegs die Sparzwänge, sondern die Produktionsbedingungen eines Opernhauses mit Repertoirebetrieb, unter denen sie keine Möglichkeiten sah, ihre Vorstellungen von Tanztheater zu realisieren". Die Zuschüsse für die Komische Oper würden sich "trotz des finanzpolitischen Konsolidierungsdrucks in Berlin nur geringfügig verändern".

Die aus Spanien stammende Tänzerin und Choreografin Li, die in Paris eine eigene Compagnie führt, hatte Ende vergangenen Jahres die Nachfolge von Richard Wherlock angetreten und einen Vertrag über drei Spielzeiten erhalten. (APA/dpa)

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