Kirch scheiterte mit Anträgen bei Springer-Hauptversammlung

26. Juni 2002, 19:32
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Anträge nicht zur Abstimmung zugelassen

Bei der konfliktreichen Hauptversammlung des Axel-Springer-Verlags sind am Mittwoch Anträge des Großaktionärs Leo Kirch nicht zur Abstimmung zugelassen worden, der unter anderem eine Sonderprüfung gegen den Springer-Vorstand verlangt hatte.

Aufsichtsratsmitglied Kirch, der 40 Prozent der Springer-Anteile hält, forderte bei der Aktionärsversammlung in Berlin durch einen Vertreter, die Ausübung einer Verkaufsoption durch Springer einer Sonderprüfung zu unterziehen. Dem Springer-Vorstand warf Kirch vor, die Interessen der Mehrheitsaktionärin Friede Springer über die des Unternehmens und der Aktionäre gestellt und damit dem eigenen Verlag geschadet zu haben.

Anträge zurückgewiesen

Kirch hatte außerdem beantragt, wegen der ausgeübten Verkaufsoption Schadenersatzansprüche gegen den Springer-Vorstand und Aufsichtsrätin Friede Springer zu prüfen.

Der Aufsichtsrat wies beide Anträge zurück. Sie seien nicht auf der Tagesordnung gestanden und beträfen das laufende, nicht aber das vergangene Geschäftsjahr, begründete das Gremium die Entscheidung. Vertreter Kirchs kündigten daraufhin rechtliche Schritte an.

Auf Antrag Kirchs wurde Friede Springer als Aufsichtsrätin nicht entlastet. Aber auch Kirch, der persönlich erschien, entlasteten die Aktionäre nicht.

Der Springer-Verlag hatte im Frühjahr die Option zum Verkauf seines 11,5-prozentigen Anteils an der Senderfamilie Pro Sieben Sat.1 für 767 Millionen Euro an KirchMedia ausgeübt und damit die Krise des inzwischen weitgehend insolventen Medienkonzerns verschärft. (APA/Reuters)

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