Box-Legende Joschi Weidinger gestorben

26. Juni 2002, 20:48
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Ex-Europameister erlag 79-jährig einer langen Krankheit

Wien - Die österreichische Box-Legende Joschi Weidinger ist am Mittwoch im Alter von 79 Jahren verstorben. Der ehemalige Europameister im Schwergewicht hat nach einigen Tagen Spitals- Aufenthalt den Kampf gegen eine längere Krankheit verloren. Weidinger hatte sich 1950 in Wien den Schwergewichts-Europameistertitel geholt und damit für einen der größten Erfolge der heimischen Boxgeschichte gesorgt.

Weidinger, der 1945 seine Profi-Karriere gestartet hatte, schlug am 3. Juni 1950 vor rund 35.000 Zuschauern im Prater-Stadion den gefürchteten Franko-Polen Stephan Olek in einem dramatischen Fight über 15 Runden nach Punkten. Dank seiner starken Leistung holte er nach Heinz Lazek (1938) den EM-Titel in der höchsten Gewichtsklasse zum zweiten Mal nach Österreich.

"Weiße Hoffnung"

1948 war Weidinger von keinem Geringeren als Ex-Weltmeister Jack Dempsey nach Amerika geholt worden. Der als "weiße Hoffnung" gepriesene Österreicher gewann im Verlauf seines US-Aufenthalts vier von acht Fights. Ende 1949 kehrte der von Boxpapst Nat Fleischer als Nummer acht der Weltrangliste eingestufte Wiener wieder in seine Heimat zurück.

Weidinger, der im März 1951 in London den EM-Titel an den Briten Jack Gardner verlor, musste im November dieses Jahres seine Karriere wegen einer schweren Augenverletzung beenden. Der Wiener, der 31 seiner 46 Profikämpfe gewonnen hatte, war danach lange Zeit Päsident des heimischen Berufsboxverbandes und Vorstandsmitglied seines Fußball-Lieblingsklubs Rapid. (APA)

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