Amphetamine immer beliebter

27. Juni 2002, 10:34
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UNO-Drogenbericht: Probleme mit erneut steigender Opiatproduktion in Afghanistan

Wien - Rund 185 Millionen Menschen konsumieren illegale Drogen, schätzt die UNO. Besonders beliebt sind neben Cannabis Amphetamine und verwandte Substanzen. Sie werden nun auch in Asien zur Modedroge. Die Produktion von Opiaten brach dagegen im Jahr 2001 dramatisch ein. So lauten die wesentlichen Punkte des UN-Drogenberichts, der am Mittwoch anlässlich des weltweiten Aktionstags gegen Drogen in Wien präsentiert wurde.

Antonio Maria Costa, der seit Mai amtierende Leiter des "Büros für Drogenkontrolle und Verbrechensbekämpfung" (ODCCP), ging dabei besonders auf die Situation in Afghanistan ein. Um 94 Prozent auf 185 Tonnen sank dort die Opiumproduktion 2001. Grund war das Anbauverbot durch die Taliban.

Auf den Markt hatte dies vorerst wenig Auswirkungen, da die Lagerbestände groß genug waren. Prinzipiell sieht man aber beim ODCCP die Chance, durch eine Fortsetzung der Maßnahme den Nachschub einzudämmen.

Bei einer Untersuchung im Februar zeigte sich jedoch, dass die Produktion heuer wieder auf 2000 bis 2700 Tonnen steigen könnte. "Entschei-dend wird sein, ob die Regierung stark genug ist, um ein Anbauverbot durchzusetzen", urteilt Costa. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass die neuen Herrscher kein Interesse an der "Förderung illegaler Aktivitäten" haben.

Marktführer China

Ein weiteres Problemfeld sind Amphetamine und verwandte Substanzen. Während der Konsum von Substanzen wie Speed und Ecstasy in Europa und den USA auf hohem Niveau stagniert, stieg die Nachfrage in Ost- und Südostasien stark an. Als einer der größten Produzenten für diesen Markt gilt nun die Volksrepublik China, was sich auch in der Statistik niederschlägt.

20,9 Tonnen dieser Sub-stanzen wurden dort im Jahr 2000, aus dem die aktuellsten Zahlen stammen, beschlagnahmt. Das entspricht 54 Prozent der weltweit beschlagnahmten Menge. Neben höherer Nachfrage sei auch ein verstärktes Vorgehen gegen Drogenkriminalität in China für diese Zahlen verantwortlich. So wurden aus Anlass des Antidrogentags mindestens 82 Chinesen wegen Rauschgifthandels hingerichtet. (moe/DER STANDARD, Printausgabe, 27.6.2002)

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