Dritter Börsenschock nach Dotcom-Krise und "9/11"

26. Juni 2002, 18:51
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Wiens Börsechef: Vertrauen der Anleger weltweit nachhaltig erschüttert

Wien - Die Situation an den internationalen Aktienmärkten ist für den Vorstand der Wiener Börse AG, Stefan Zapotocky, "derzeit alles andere als erfreulich". Nach dem Auffliegen eines massiven Bilanzierungsbetrugs beim US-Telkomunternehmen WorldCom kam es heute, Mittwoch, an praktisch allen Aktienbörsen weltweit zu kräftigen Kursverlusten. "Wir sehen bereits die dritte Börsenkrise nach dem Platzen der New Economy-Blase und den Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September", sagte Zapotocky am Abend anlässlich der Verleihung des Anlegerpreises 2002 in Wien.

Folgeerscheinung

Das Vertrauen der Anleger weltweit sei nachhaltig erschüttert, es werde nachhaltiger Maßnahmen bedürfen, dieses Vertrauen wieder herzustellen. Letztlich könnte es sich bei der jüngsten Börsenkrise um eine weitere Folgeerscheinung der jahrelangen Übertreibungsphase an den Aktienmärkten handeln, bevor es zum Platzen der Internet-Blase gekommen sei.

"Kein Grund zur Panik" in Österreich

Nach Ansicht von Alfred Reisenberger, dem Chefanalysten in der Bank Austria Creditanstalt Gruppe, besteht hier zu Lande aber "kein Grund zur Panik": Die heimischen Bilanzierungsvorschriften böten nicht die Gelegenheit zu Bilanzfälschungen im großen Stil. (APA)

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