Ernst & Young fordern Breitband-Masterplan für Österreich

26. Juni 2002, 16:34
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Infrastrukturausbau und Förderungen sollen Spitzenplatz in Europa sichern

Nach Ansicht des Beratungsunternehmens Ernst & Young benötigt Österreich einen eigenen Infrastrukturplan für Breitband, um den Rückstand gegenüber den USA und Skandinavien aufzuholen. Breitband-Technologie stellt demnach einen entscheidenden Boomfaktor dar, der besonders gefördert werden muss. "Österreich liegt auf einem guten Platz. Um aber zu den Besten wie den USA und Skandinavien aufzuschließen, bedarf es erstens eines klaren Bekenntnisses zum Ausbau einer modernen flächendeckenden Infrastruktur und zweitens gezielter staatlicher Eingriffe", erklärte Rolf von Rössing, Telekommunikationsexperte bei Ernst & Young bei einer Pressekonferenz in Wien.

Schweden liegt auf Platz eins

Rössing verweist in diesem Zusammenhang auf das Technologie-Budget der USA von 53 Mrd. Dollar, das unter anderem den Aufbau von Breitband-Netzen beschleunigen soll. Das Maß aller Dinge in Europa ist aber Schweden. Für den Aufbau der landesweiten Infrastruktur werden dort 580 Mio. Euro bereitgestellt, was zehn bis 15 Prozent der Gesamtkosten entspricht. Regionalnetze werden mit 119 Mio. Euro - 30 bis 35 Prozent der Gesamtkosten - gefördert, während in lokale Netze 160 Mio. Euro investiert werden, die den Gemeinden zur Verfügung stehen. Schließlich unterstützt der Staat in einer vierten Ebene Einzelpersonen und KMU bei der Anschaffung von PCs für Teleworking- und Heim-Arbeitsplätze.

Liberale Regulierungspolitik

Als zweites Erfolgsgeheimnis für eine weite Verbreitung von Breitbandanschlüssen gilt für das Beratungsunternehmens eine liberale Regulierungspolitik. So unterliegen in den USA Breitbandanschlüsse nicht der Carrier-Regulierung. Ein ähnliches Modell wird auch in den Niederlanden angestrebt, wo Breitband der allgemeinen Wettbewerbsaufsicht unterliegt. "Wenn Österreich hier in den kommenden zwölf Monaten aufsetzt und mit ähnlichen Instrumenten steuernd eingreift, könnte es zu einem der Top drei der Technologie-Boomer Europas werden", ist Rössing überzeugt. In Schweden verfügen bereits 18 Prozent aller Haushalte über einen Breitbandzugang. Gefolgt von Österreich und den Niederlanden mit jeweils zehn Prozent. (pte)

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