Forschungsauftrag für exaktere Messungen

26. Juni 2002, 14:53
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Grenzwerte wie bei Alkoholisierung sind nicht vorgesehen...

Wien - Vermutet künftig ein Exekutivbeamter, dass ein Autolenker durch Drogen beeinträchtigt ist, wird der Fahrer von einem Arzt klinisch untersucht. Bestätigt der Mediziner den Verdacht z.B. durch Veränderungen der Pupillen, kann ein Bluttest angeordnet werden. Eine Weigerung wird wie bei Alkohol als Schuldeingeständnis gewertet.

Grenzwerte wie bei Alkoholisierung sind nicht vorgesehen, da laut Experten kaum nur ein einziges Mittel eingenommen wird. Meist entstehe die Fahruntüchtigkeit durch einen Mix mehrerer Drogen mit Alkohol.

Bluttests statt Harntest

Verkehrsminister Mathias Reichhold (F) zeigte sich sehr zufrieden, "dass auch die SPÖ an Bord ist. Es ist wichtig, dass über alle Parteigrenzen hinweg für Verkehrssicherheit entschieden wurde". Die SPÖ hatte bisher die verpflichtenden Tests abgelehnt. Erst nach dem schweren Unfall auf der Westautobahn kam es zu einem Einlenken. Allerdings werden nur Blut- , aber keine Harntests verlangt.

Medikamente sollen besser gekenntzeichnet werden

In einer Entschließung wurden Innen-, Sozial- und Verkehrsminister vom Verkehrsausschuss beauftragt, bis Jahresende für eine gründliche Schulung von Exekutive und überprüfenden Ärzten zu sorgen. Die drei Minister wurden weiters verpflichtet, die Forschung nach besseren Tests und exakteren Geräten zu unterstützen. Das Sozialministerium soll zusätzlich für eine verbesserte Kennzeichnung der Medikamente sorgen.

Die Mehrphasenausbildung wurde einhellig von allen vier Parlamentsparteien beschlossen. Feedbackfahrten, Fahrsicherheitstrainings und verkehrspsychologische Gespräche sollen helfen, die Unfälle bei Fahranfängern zu reduzieren. Verkehrsminister Reichhold wurde aber beauftragt, dafür zu sorgen, dass sich die Kosten in Grenzen halten. Möglich sei etwa eine teilweise Kostenübernahme durch Versicherungen. (APA)

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