Japan findet Waffen in versenktem Schiff aus Nordkorea

26. Juni 2002, 13:51
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Weitere Belastung für gespannte Beziehungen

Tokio - Japan hat nach Angaben aus Regierungskreisen in einem im vergangenen Jahr versenkten mutmaßlichen Spionageschiff aus Nordkorea Waffen gefunden, darunter eine Flugabwehrrakete. Neben der tragbaren Rakete sowjetischer Bauart hätten Taucher in dem Wrack Panzerfäuste und Maschinengewehre gefunden, verlautete aus den Kreisen am Mittwoch. Die Flugabwehrrakete des Typs Igla-2 habe eine Reichweite von etwa 3800 Metern.

Das Schiff war nach einem Gefecht mit Booten der japanischen Küstenwache im Dezember in der 200 Seemeilen breiten chinesischen Wirtschaftszone gesunken, nachdem es versucht hatte, in japanische Gewässer einzudringen.

Die Waffen seien entdeckt worden, als Taucher mit den Vorbereitungen für die Bergung des Wracks begannen, hieß es in den japanischen Regierungskreisen. Von der Untersuchung erhofften sich die Behörden Hinweise auf die Nationalität und die Absicht des Schiffs.

Das Wrack liegt etwa 500 Kilometer südöstlich vom japanischen Kagoshima im ostchinesischen Meer. Nach amtlichen Angaben wird es mindestens einen Monat dauern, das Schiff aus 90 Metern Tiefe zu bergen. Die Regierung in Peking hatte vergangene Woche der Bergung des Schiffes gestattet. China ist einer der letzten Verbündeten des kommunistischen Nordkorea.

Ein Waffenfund an Bord des Schiffes könnte die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen Japan und Nordkorea weiter belasten. Japan fühlt sich von der Raketenrüstung Nordkoreas bedroht und befürchet wie die USA, dass das Land nach Kernwaffen strebt. Beide Staaten haben im Jahr 2000 die Verhandlungen über eine Normalisierung ihrer Beziehungen wieder aufgenommen, dabei bisherallerdings keine Fortschritte erzielt. (APA/Reuters)

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