Social Sponsoring genießt hohes Ansehen

26. Juni 2002, 13:52
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80 Prozent der österreichischen Großunternehmen betreiben bereits Social Sponsoring

Wien - Österreichische Betriebe nehmen das Thema "Social Sponsoring" durchaus ernst. So haben in einer Umfrage der Motivforschung Karmasin im Auftrag der Hilfsorganisation Care 80 Prozent der Befragten (Sample: 303 Unternehmen der Top 1.000 in Österreich) angegeben, bereits im Bereich Social Sponsoring tätig zu sein. Weitere sieben Prozent sehen darin ein Potenzial für die Zukunft. "Ich hätte mir nicht gedacht, dass Social Sponsoring in Österreich derart ausgeprägt ist", stellte Sophie Karmasin, Leiterin des gleichnamigen Motivforschungsinstituts, heute, Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Care Österreich in Wien fest.

Die meisten befragten Unternehmen konzentrieren laut Studie ihr Social Sponsoring auf die Kinderhilfe (66 Prozent). Dahinter folgen die allgemeine Unterstützung für Menschen in Not (57 Prozent), Menschenrechte (39 Prozent), Kultur (38 Prozent), Sport (38 Prozent), Frauenhilfe (36 Prozent) und Umweltschutz (31 Prozent). Hauptsächlich werde Social Sponsoring im Inland (67 Prozent) betrieben. Nur zwei Prozent seien im Ausland aktiv. "Ein kleiner Wermutstropfen für uns, da wir eigentlich nur im Ausland tätig sind", erklärte dazu Ursula Messner, Marketingleiterin von Care Österreich. 30 Prozent der Befragten haben immerhin angegeben, sowohl im In- wie im Ausland tätig zu sein.

Unternehmensphilosophie als primäre Motivation

64 Prozent der Befragten nannten die Unternehmensphilosophie als primäre Motivation für das Engagement im sozialen Bereich. Abgeschlagen folgt dahinter Imagepflege (26 Prozent). "Hier kann man einen großen Unterschieden zum angelsächsischen Raum feststellen, wo das Image mehr im Vordergrund steht und Social Sponsoring schon viel länger bewusst als Marketing-Instrument eingesetzt wird", erläuterte Karmasin. Weiters wurden auch Mitarbeitermotivation (22 Prozent) und Weihnachtsaktion (Verzicht auf Geschenke, 26 Prozent) genannt.

50 Prozent geben keine Auskunft

Bei der Frage nach dem Ausgaben für soziale Aktionen habe es stark differierende Antworten gegeben. Nahezu 50 Prozent der Befragten wollten dazu keine Auskunft geben. Der Rest kommt laut Studie auf durchschnittlich 49.500 Euro jährlich für Aktivitäten im Bereich Social Sponsoring. Die durchschnittliche Dauer der Zusammenarbeit mit einer Organisation liege mehrheitlich bei länger als fünf Jahren (33 Prozent). Bei 17 Prozent dauere die Kooperation aber auch weniger als ein Jahr.

Trotz dieser durchaus positiven Daten herrsche aber an den relevanten Marketingstellen in den Unternehmen immer noch ein gewisser Nachhol- und Aufklärungsbedarf im Wissen darüber, was Social Sponsoring überhaupt sei, attestierten Karmasin und die Verantwortlichen von Care. "Viele Verantwortliche in den Betrieben sehen im Social Sponsoring immer noch kein maßgebliches Marketing-Instrument. Hier ist eine verstärkte Professionalisierung gefragt", erklärte Messner abschließend.(APA)

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