Klestil unterstützt Armutskonferenz

26. Juni 2002, 13:13
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Diakonie: "Österreich muss auf der europäischen Ebene eine stärkere Rolle in der Armutsbekämpfung spielen"

Wien - Bundespräsident Thomas Klestil hat der Armutskonferenz am Mittwoch zugesagt, ihre Anliegen in Gesprächen mit Regierungsmitgliedern zu thematisieren. Anlässlich eines Besuches von Vertretern der Plattform in der Hofburg bedankte sich Klestil außerdem für die Arbeit der Hilfs- und Sozialorganisation im Kampf gegen die Armut. "Armutsbekämpfung muss ein nationales Anliegen werden, die Unterstützung des Bundespräsident ist hier sehr wichtig", erklärte Michaela Moser von der Armutskonferenz nach dem Gespräch mit Klestil.

Gegenüber Regierungsmitgliedern und Abgeordneten der Parlamentsparteien will Klestil auf die Anliegen des Netzwerkes gegen Armut und soziale Ausgrenzung hinweisen. "Ich werde darauf aufmerksam machen, dass eine Entwicklung im Gange ist, die die Armut verstärkt. Dem soll man entgegenwirken." Wichtig ist den Vertretern der Armutskonferenz, von der Politik als Experten anerkannt zu werden. "Die Expertise der Armutskonferenz muss vor allem in den Nationalen Aktionsplan einfließen", sagte Moser. Sozialminister Herbert Haupt (F) habe dies zuletzt versprochen. "Wir werden ihn an den Taten messen".

Auch auf europäischer Ebene wollen sich die NGOs stärker einbringen. "Bundespräsident Klestil hat zugesagt, sich bei einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsident (Romano) Prodi dafür einzusetzen, dass die NGOs in der Armutsbekämpfung auf europäischer Ebene mit einbezogen werden," zeigte sich der Präsident der Evangelischen Diakonie, Michael Chalupka, nach dem Gespräch erfreut. Die Aktionspläne, die am EU-Gipfel in Nizza beschlossen worden sind, werten die Organisationen als "historische Chance" die soziale Frage auf die politische Agenda zu setzen. "Österreich muss auf der europäischen Ebene eine stärkere Rolle in der Armutsbekämpfung spielen", forderte Chalupka.

In Österreich leben derzeit rund 300.000 Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Ihre soziale Situation sei äußerst angespannt, so die Armutskonferenz. Bundespräsident Klestil wisse aus zahlreichen Briefen und Anfragen um die Not vieler Menschen: "Wir helfen so gut wir können. Wir hängen es aber nicht an die große Glocke." (APA)

  • Der Bundespräsident will sich für die Armen stark machen
    foto: standard/cremer

    Der Bundespräsident will sich für die Armen stark machen

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