Springers Kirch-Paket soll an die Börse

26. Juni 2002, 13:05
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"Kein Risiko aus Put-Option"

Zur Zukunft des von Leo Kirch gehaltenen Aktienpaketes in Höhe von 40 Prozent am Axel-Springer-Verlag sagte der Vorstandschef vom Axel Springer Verlag, Mathias Döpfner, dass Springer durch die Vinkulierung der Papiere in die Neuordnung der Aktionärsstruktur involviert und an einer Börsenplatzierung dieses Anteils interessiert sei. Der Springer-Verlag würde eine breite Platzierung an der Börse unterstützen, so Döpfner in der HV.

"Kein Risiko aus Put-Option"

Der Axel Springer Verlag hat Spekulationen über hohe Risiken aus der Ausübung der Verkaufsoption seiner Anteile an der Senderfamilie des Medienunternehmers Leo Kirch, der Pro Sieben Sat 1 Media AG, zurückgewiesen. Zugleich stellte Europas größtes Zeitungshaus klar, dass mit dem Schritt keineswegs die Kirch-Gruppe geschwächt werden sollte.

"Keine andere Wahl"

"Der Verlag kann wirtschaftlich nichts verlieren", sagte Döpfner am Mittwoch in der HV. Angaben, wonach ein Abschreibungsrisiko von angeblich 800 Mill. Euro bestehe, träfen nicht zu. Der scheidende Aufsichtsratschef Bernhard Servatius bekräftigte, man habe keine andere Wahl gehabt. Mit Blick auf den 40-Prozent-Anteil Kirchs am Axel Springer Verlag sagte er, der Verlag sei glücklich gewesen mit der Aktionärsstruktur. Der Aufsichtsrat, dem auch Kirch angehört, habe einstimmig festgestellt, dass der Vorstand richtig gehandelt habe, sagte Servatius, der sein Amt zum 30. Juni 2002 niederlegt.

Springer will vereinbarten Preis für Kirch-Anteil

Springer hatte zu Jahresbeginn die Option für den Verkauf von 11,5 Prozent an der Pro Sieben Sat1 Media AG an Kirch gezogen. Doch Kirch konnte den Kaufpreis von rund 770 Mill. Euro nicht zahlen. Döpfner bekräftigte, dass die Anteile so lange im Besitz des Verlages bleiben, bis der vereinbarte Preis gezahlt werde. Der Vorstand sei einzig den Interessen des Verlages und seiner Aktionäre verpflichtet, sagte der seit Jahresbeginn amtierende Vorstandschef.

Zu der vom Axel Springer Verlag (Berlin) und der Hamburger Heinrich Bauer Verlag angestrebten Übernahme der insolventen KirchMedia sagte Döpfner, es werde sich zeigen, ob dies zu wirtschaftlich vernünftigen Konditionen möglich sein werde. (APA/vwd/dpa/Reuters)

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