Salmonellenalarm in Vorarlberg: Bereits zweiter Todesfall

26. Juni 2002, 21:16
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An die 30 Salmonellen- Erkrankungen sind gemeldet - Infektions- Quelle nach wie vor nicht entdeckt

Bregenz - Nach einem ersten Todesfall am Sonntag ist am Mittwoch, im Krankenhaus Dornbirn eine weitere hochbetagte Patientin aus dem Altersheim Alberschwende an den Folgen einer Salmonellen-Infektion gestorben. Schon vorher hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch in der Causa die Kriminalabteilung Bregenz mit Ermittlungen beauftragt.

Laut Kripo-Chef Major Rainer Fitz wurde der Auftrag vom leitenden Staatsanwalt Franz Pflanzner am gestrigen Dienstagabend erteilt. Es bestehe im Augenblick kein Hinweis auf Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit den gehäuften Salmonellen-Erkrankungen im Bereich der von der St. Anna-Hilfe geleiteten Altersheime. Die Kriminalabteilung habe "vorsorglich" in Zusammenarbeit mit der Lebensmitteluntersuchungsanstalt die Ermittlungen aufgenommen. Bis Mittwoch lagen laut Fitz aber noch keine Ziel führenden Ergebnisse vor.

85 verdächtige Durchfallerkrankungen gemeldet

Die aktuelle Salmonellen-Infektion in Vorarlberger Altersheimen beschäftigt die Gesundheitsbehörden des Landes. Bis jetzt sind 85 verdächtige Durchfallerkrankungen gemeldet worden, in nahezu 30 Fällen wurden laut Bezirkshauptmannschaft Bregenz Salmonellen als Ursache nachgewiesen. Bei den Opfern handelt es sich durchwegs um betagte Insassen von Altersheimen der St. Anna-Hilfe in Bregenz und Alberschwende. Eine Frau aus Alberschwende ist am Wochenende im Krankenhaus Dornbirn gestorben, eine weitere schwebt in Lebensgefahr.

Infektionsquelle noch immer nicht entdeckt

Die Infektionsquelle ist nach wie vor nicht entdeckt worden, die Untersuchungen und vorbeugenden Maßnahmen werden fortgesetzt. Im Auftrag von Gesundheitslandesrat Hans-Peter Bischof (ÖVP) hat sich am Dienstag im Landhaus Bregenz eine Expertengruppe aus Vertretern des Landes, der Stadt Bregenz, der Lebensmitteluntersuchungsanstalt, der St. Anna-Hilfe und der BH Bregenz mit den Salmonellenerkrankungen beschäftigt. In erster Linie gehe es jetzt darum, alles zu tun, damit sich derartige unglückliche Umstände nicht wiederholen können. Dazu gehöre die noch sorgfältigere Umsetzung und Beachtung aller Hygiene- und Präventionsmaßnahmen, betonten die Gesundheitsexperten.

Hygiene als Vorbeugung

Für Landesrat Bischof steht bei der Vermeidung von Salmonellenerkrankungen die Hygiene an erster Stelle. Denn bei hochsommerlichen Temperaturen sei eine Infektionsgefahr ständig gegeben. Das treffe auch auf Lebensmittel im Haushalt zu. Bischof: "Darum ist der besonders saubere Umgang mit Nahrungsmitteln betreffend richtiger/kühler Lagerung und sorgfältiger Zubereitung in allen Bereichen des Essens dringend zu beachten." Bischof appellierte an die Bevölkerung, im Umgang mit Geflügelfleisch und Eierprodukten gerade in der heißen Jahreszeit besondere Reinlichkeit walten zu lassen und noch besser aufzupassen als sonst. "Bei den ersten Anzeichen einer Erkrankung sofort zum Arzt", so Bischofs Ratschlag. (APA)

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