Nahost im Mittelpunkt der Vorgespräche des G-8-Gipfels in Kanada

26. Juni 2002, 11:28
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Neuer Verdacht der Terrorfinanzierung gegen Arafat

Kananaskis/New York - Die Rede von US-Präsident George W. Bush zum Nahen Osten ist im Mittelpunkt der Vorgespräche für den G-8-Gipfel in Kanada gestanden. Bush besprach seine jüngsten Vorschläge mit dem kanadischen Regierungschef Jean Chretien. "Was die Palästinenser brauchen, ist Führung - eine gewählte Führung", sagte Bush am Dienstagabend in Calgary. Aus den kommenden Wahlen müsse ein demokratisch legitimierter Vertreter der Palästinenser hervorgehen.

Unterdessen tauchten neue Geheimdienstberichte auf, die neuerlich Palästinenserpräsident Yasser Arafat belasten, Terroranschläge zu finanzieren. Nach Informationen der "New York Times" bewilligte Arafat eine Überweisung von 20.000 Dollar (20.600 Euro) an die Al-Aksa-Brigaden, die sich zu mehreren Selbstmordanschlägen in Israel bekannt haben. Die USA verlangen die Ablöse von Arafat.

Die Teilnehmer des Gipfels (USA, Kanada, Großbritannien, Italien, Frankreich, Japan, Deutschland und Russland) wollten auch über gemeinsame Maßnahmen zur weltweiten Bekämpfung des Terrorismus beraten. Als entwicklungspolitischer Schwerpunkt galt die als "Marshallplan" angekündigte so genannte Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung. Das Programm soll die Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen in Afrika bis 2015 halbieren. Für Donnerstag wurden deshalb auch erstmals Delegationen aus fünf afrikanischen Staaten eingeladen - Südafrika, Senegal, Nigeria, Algerien und Ägypten, auf deren Initiative der Plan zurückgeht. (APA/AP/Reuters)

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