"Lesben werden stärker diskriminiert als Schwule"

26. Juni 2002, 11:37
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Die Italienische Sängerin Gianna Nannini kämpft gegen jede Form der "sexistischen Diskriminierung"

Rom - "Bisexualität bedeutet Freiheit": Mit diesem Motto setzt sich die italienische Rock-Queen Gianna Nannini gegen jegliche Diskriminierung gegen Homosexuelle ein. "Ich bin bisexuell und bekämpfe jegliche Form von Sexismus. Die Liebe für einen Mann oder eine Frau ist eine Begegnung von Freiheiten", sagte die Sängerin im Interview mit dem Web-Portal gay.it.

Hoffnungslose Freiheitskämpferin

Vor dem Hintergrund zunehmender Proteste gegen die traditionellen Juli-Feiern von Homosexuellen in Rom, verteidigt die 46-jährige Toskanerin das Recht der Homosexuellen, auf den Straßen zu demonstrieren. "Die Homosexuellen werden immer noch stark diskriminiert, auch am Arbeitsplatz. Ich bin eine hoffnungslose Freiheitskämpferin. Für mich ist die Gründung einer Familie nicht interessant. Wenn die Homosexuellen eine Familie aufbauen wollen, ist es in Ordnung. Mich persönlich interessiert es nicht, ein Familienmodell weiterzuführen, das meiner Ansicht nach Ursache vieler Probleme ist. Ich bin gegen die Ehe. Andere Freiheitskämpfe sind für mich prioritär", so die Sängerin.

Laut Nannini seien Lesbierinnen noch stärker als Homosexuellen diskriminiert. "Zwei Frauen, die sich lieben, sind ein Skandal oder zumindest ein Problem. Dies bedeutet, dass immer noch Vorurteile überleben. Eine Frau, die mit einer anderen Sex macht, bedeutet für mich Freiheit. Es bedeutet, sich gegen eine bestimmte Form sexistischer Diskriminierung zu wehren", so Nannini, die sich in mehreren ihrer Hits wie "America" und "Lei" zu ihrer Bisexualität bekannt hatte.

Beruflich erfolgreich - in Italien

Die Rocksängerin erlebt derzeit eine durchaus positive Phase. Die Neuerscheinung der Pop-Königin "Aria" (Luft) zählt bereits zu den meist verkauften CDs in Italien. Zu den erfolgreichsten Lieder des neuen Albums zahlen "Uomini a meta", der in wenigen Tagen in Italien zu einem Hit geworden ist, sowie "DJ Morphine", der mit seinen Discotönen beeindruckt. Die Lieder wurden mehrheitlich in einer Garage am Fuss des Vulkans Aetna komponiert. Die poetischen Texte wurden zusammen mit der italienischen Schriftstellerin Isabella Santacroce verfasst.(APA)

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