EU billigt Kamps-Übernahme durch Barilla

26. Juni 2002, 11:12
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Europas größte Bäckerei-Kette muss aber Knäckebrot-Sparte abstoßen

Brüssel - Die Europäische Kommission hat die Übernahme von Europas größter Bäckerei-Kette Kamps durch den italienischen Nudel-Hersteller Barilla unter Auflagen genehmigt. Damit ist der Weg frei für die zweitgrößte Übernahme eines deutschen Unternehmens durch einen ausländischen Konzern nach dem Kauf von Mannesmann durch die britische Vodafone im Jahr 1999.

Wie die EU-Kommission am Dienstagabend mitteilte, billigte sie die 1,8 Mrd. Euro schwere Kamps-Übernahme unter der Bedingung, dass die Knäckebrot-Sparte der Kamps-Marke Lieken Urkorn verkauft wird. Ein Kamps-Sprecher begrüßte die Entscheidung der Kommission.

Bedenken wegen Knäckebrot-Markt

Obwohl die Geschäftsaktivitäten von Barilla und Kamps weitgehend komplementär seien, seien wettbewerbsrechtliche Bedenken hinsichtlich des Knäckebrot-Marktes in Deutschland aufgekommen, teilte die Kommission weiter mit. Die Italiener sind in Deutschland unter der Marke Wasa auch im Knäckebrot-Geschäft vertreten. Die Umsätze für das deutsche Geschäft mit dieser Marke bezifferte Barilla jüngst mit 35 Mill. Euro. Die Kamps-Marke Lieken Urkorn, wozu eine Reihe von Brotsorten, Brotersatz sowie Kuchenprodukte und eben auch Knäckebrot gehört, ist nach Einschätzung der Kommission eine der wenigen Herausforderer des Marktführers Wasa. Indem sich Kamps von seinem Knäckebrot-Geschäft trenne, würden die wettbewerbsrechtlichen Probleme gelöst.

Kamps-Sprecher Volker Berg sagte, die Auflage beeinträchtige das "Geschäft in keinster Weise". Der Knäckebrot-Bereich von Lieken Urkorn sei nur eine von 90 Marken unter diesem Etikett und trage "mit einem absolut marginalem Bruchteil" zum Umsatz der Kamps-Gruppe bei.(APA/Reuters)

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