Annan bezweifelt Umsetzbarkeit von Bushs Forderungen

26. Juni 2002, 15:55
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Abstimmung könnte Sieg für Extremisten bringen

New York/Jerusalem - Nach der Forderung von US-Präsident George W. Bush nach einer neuen Palästinenser-Führung hat UN-Generalsekretär Kofi Annan Zweifel an deren Umsetzbarkeit geäußert. Unter den derzeitigen Umständen sei es "offensichtlich nicht möglich, Wahlen im Westjordanland abzuhalten", sagte Annan am Dienstag in New York. Zudem müsse bei einer Abstimmung zum jetzigen Zeitpunkt der Sieg von Extremisten befürchtet werden, sagte Annan.

Der UNO-Generalsekretär bekräftigte, dass die Palästinenser selbst über die Zukunft von Palästinenser-Präsident Yasser Arafat entscheiden müssten. "Sie haben Arafat gewählt, sie haben neue Wahlen vorgesehen. Lassen Sie sie selbst über ihre Führer entscheiden", sagte Annan.

Nach den Worten des palästinensischen Parlamentspräsidenten Ahmed Korei ist das palästinensische Volk unzufrieden mit der "doppeldeutigen" Rede Bushs. Die Menschen wollten Lösungen und keine Ratschläge für die Auswechslung bestimmter Politiker, sagte Korei am Rande eines Treffens mit dem französischen Außenminister Dominique de Villepin.

Beim Einmarsch der israelischen Armee in ein Dorf nahe Jenin wurde nach palästinensischen Angaben ein achtjähriges Mädchen schwer verletzt. Auf eine jüdische Siedlung im Süden des Gaza-streifens wurden nach Angaben der Armee drei Granaten gefeuert. Dabei sei niemand verletzt worden, hieß es. (APA)

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