"Absoluter Ente" auf der Spur

25. Juni 2002, 20:18
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"Kein Anlass" für Ausstieg, also Anlass für Dementi Fellners

Auch zumeist gut informierte Quellen können irren. Vor wenigen Tagen meldete sich eine. In der Verlagsgruppe News, auf nicht gerade untergeordneter Ebene, werde heftig spekuliert, die Gründer und nun Minderheitsgesellschafter Wolfgang und Helmuth Fellner verkauften ihre Anteile an dem Magazinriesen. Mehrmals schon rumorte es in diese Richtung, diesmal gar mit Termin: Ende Juni. Und mit einer konkreten Alternative: eine kleine Beteiligung an der Krone, wo lange schon von einem Patt zwischen den Eigentümern Hans Dichand und WAZ über die künftige Chefredaktion die Rede ist.

Vor zwei Jahren mochte niemand recht glauben, dass die verfeindeten Magazingruppen um News und um profil zu einem noch marktbeherrschenderen Konzern fusionieren und Kartellgericht wie Politik das nicht verhindern. Also Rundruf.

"Blödsinn"

"Blödsinn" und "Gerücht" heißt es hoch oben im Management von Raiffeisen. Die ist Mehrheitsgesellschafter der Kurier-Gruppe und die hält seit dem Magazindeal 25,3 Prozent an der News-Gruppe.

Die Mehrheit gehört mit 56,025 Prozent der Hamburger Bertelsmann-Tochter Gruner+Jahr. Deren Sprecher Kurt Otto "kann das eindeutig dementieren, es sind keine Veränderungen in Sicht".

"Eine absolute Ente"

Am deutlichsten formuliert wie gewohnt Wolfgang Fellner über einen möglichen Ausstieg. Eine Auswahl: "Eine absolute Ente." "Das steht nicht zur Diskussion." "Wir denken nicht im Leisesten daran." "Es gibt keinen Anlass dazu." "Ich höre das zum ersten Mal." "Das ist frei erfunden."

Da erübrigt sich die Frage nach der Krone. Auf 580 Millionen Euro taxiert ein Insider deren Wert, womit ein Prozent auf 5,8 Million käme.

Zur Führungsproblematik des Kleinformats waren weder Dichand noch WAZ-Chef Erich Schumann erreichbar. (Harald Fidler/DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 26.6.2002)

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