Streit um Voest-Aufsicht

25. Juni 2002, 19:08
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"Unvereinbarkeit" bei Cornelius Grupp

Wien - Im Aufsichtsrat der Voestalpine steht nächste Woche ein Köpferollen an. An den Kragen soll es in der Hauptversammlung am kommenden Dienstag dem Metall-und Textilgewerkschafter Karl Haas gehen, der ein Kapitalvertretermandat ausübt, heißt es in Aufsichtsratskreisen des größten Voest-Aktionärs, der Staatsholding ÖIAG.

"Klassische Unvereinbarkeit"

Haas, dessen Mandat im Juli 2004 auslaufen würde, soll Platz für den am kommenden Freitag aus dem ÖIAG-Aufsichtsrat ausscheidenden Industriellen Cornelius Grupp machen. Haas ist zwar allen ÖIAG-Kapitalvertretern ein Dorn im Auge, über die von Alfred Heinzel angestrebte Rochade ist man sich offenbar aber uneinig. Man wirft Grupp "klassische Unvereinbarkeit" vor, denn der Industrielle habe wiederholt Interesse an den Eisenbahnsystemen der Voest angemeldet. Als Favorit gilt indes der Bierbrauer Karl Büche (BBAG). Haas selbst zeigte sich überrascht von den Geheimplänen der ÖIAG. Er werde sicher nicht freiwillig gehen, denn seine Ablöse sei rein politisch motiviert, sagte er zum STANDARD.

Weiters geplant: Andritz-Chef Wolfgang Leitner zieht statt VA-Tech-General Erich Becker und ÖIAG-Vorstand Rainer Wieltsch statt Johannes Ditz in das Voest-Kontrollgremium ein. (ung)

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