Aktion gegen Hundekot und Beißkorbfreiheit

25. Juni 2002, 18:03
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Polizei kündigt strengere Kontrollen und mehr Strafen an

Wien - Umweltstadträtin Isabella Kossina (SP) will "ein gemütliches angenehmes Klima mit Tieren in der Stadt" schaffen. Und kommt auf den Hund: "Um das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier im großstädtischen Ballungsraum reibungsfrei zu gestalten, gibt es Vorschriften, die laufend den Gegebenheiten angepasst werden."

Zwischen zwei derart "laufenden" Anpassungen führt nun die Wiener Polizei nun vom 1. bis 14. Juli die Aktion "richtige Hundehaltung" durch, die am Dienstag von Kossina präsentiert wurde. Leo Lauber, Präsidialchef der Polizeidirektion Wien nennt es aber weniger eine "Aktion scharf", sondern eher eine "Schwerpunktverlagerung".

Denn kackt ein Hund mitten auf den Gehsteig und räumt sein Besitzer das Trümmerl nicht weg, kann das sieben Euro Strafe kosten. Verstößt ein Hundebesitzer gegen die Beißkorb- oder Leinenpflicht, die für öffentliche Orte gilt, drohen 21 Euro Strafe. Eine Leinenpflicht besteht an öffentlich zugänglichen Parkanlagen und auf gekennzeichneten Lagerwiesen. An allen anderen öffentlichen Orten muss entweder Leine oder Beißkorb angelegt werden.

Wird ein Hund in einer Menschenansammlung - oder an einem Ort wo sich üblicherweise Menschen ansammeln - ohne Beißkorb angetroffen, "dann kann es teuer werden, weil dann droht eine Anzeige", erläutert Lauber. Der - theoretische - Strafrahmen dafür liegt bei 14.000 Euro, was allerdings so gut wie sicher nicht voll ausgeschöpft wird.

In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt Beißkorb- und Leinenpflicht. Auch "bissige Hunde" - also solche, die bereits einschlägig aufgefallen sind - müssen in der Öffentlichkeit immer Beißkorb und Leine tragen. Blindenhunde und andere "Funktionshunde" sind von diesen Regeln übrigens ausgenommen.

Weniger Abmahnen

Lauber spricht deshalb von "Schwerpunktverlagerung", weil er auf die Statistik des Vorjahres verweist. Demnach gab es vom März bis Dezember 2001 in Wien 325 Organstrafen gegen uneinsichtige Hundebesitzer. 524 mussten angezeigt werden. Gleichzeitig wurden aber 1367 Abmahnungen ausgesprochen und 412 mal wurde von der Polizei "interveniert" - also mehr oder weniger freundlich zugeredet. "Jetzt wollen wir ein bisschen weniger abmahnen", kündigt Lauber an.

In Wien sind übrigens 45.000 Hunde offiziell gemeldet. Die Dunkelziffer wird hingegen weit höher geschätzt. In Summe dürften so 80.000 bis 100.000 Hunde in Wien leben. (frei/Der STANDARD, Printausgabe, 26.6.2002)

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