Deutscher Bundesgerichtshof bestätigt Verurteilung von Skinheads

25. Juni 2002, 17:52
1 Posting

Wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung angeklagt

Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am Dienstag die Verurteilung von fünf Skinheads zu langjährigen Freiheitsstrafen wegen eines Brandanschlages auf einen Mann bestätigt.

Die Skinheads aus dem brandenburgischen Bernau hatten versucht, im Januar vergangenen Jahres einen heute 23-Jährigen zu verbrennen. Das Landgericht Frankfurt/Oder hatte die Männer wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung zu Freiheitsstrafen von 14 und 15 Jahren sowie Jugendstrafen zwischen sieben und zehn Jahren verurteilt. Das Urteil ist jetzt rechtskräftig. Gegen das Urteil hatten Staatsanwaltschaft und die Angeklagten erfolglos Revision eingelegt. Die Staatsanwaltschaft wollte mit der Revision für zwei der Angeklagten höhere Strafen erreichen.

"Ungeheure Brutalität"

Die Skinheads verdächtigten das Opfer, gegen eines ihrer Gruppenmitglieder Strafanzeigen wegen Körperverletzung erstattet zu haben. Daher misshandelten sie den Mann nach den Feststellungen des Landgerichts über mehrere Stunden hinweg schwer. Danach beschlossen sie, den jungen Mann zu töten, um die Spuren der Misshandlungen zu beseitigen. Sie übergossen den Mann auf einer Pferdekoppel daher mit Benzin und zündeten ihn an, bis er am ganzen Körper brannte. Das Opfer überlebte mit schweren Brandverletzungen. Trotz mehrfacher Operationen sind Oberkörper, sowie Arme und Beine entstellt.

Der in Leipzig ansässige fünfte BGH-Strafsenat bestätigte die Verurteilungen jetzt im Ergebnis. Dabei hob das Gericht hervor, dass das Landgericht die "ungeheure Brutalität" und die schweren Folgen für das Opfer bei seiner Urteilsfindung ausdrücklich bedacht habe. (Reuters)

Share if you care.