Chancen für Schulabbrecher

25. Juni 2002, 17:59
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Nicht jeder Eingeschulte kann nach neun Jahren Schulpflicht eine fundierte Ausbildung vorweisen. In Linz gibt es für Schulabbrecher eine zweite Chance.

Gedacht ist die Initiative für Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren ohne abgeschlossene Ausbildung. Kommen sie zur Factory, werden sie mit fixem Stundenplan einer von sechs Werkstätten zugeteilt, deren Spektrum von Holzverarbeitung über Schmuckherstellung bis zu Webdesign reicht.

"Wobei es keine spezifische Berufsausbildung ist, uns geht es mehr um den kreativen Zugang. Ziel ist es, das Selbstvertrauen und das Durchhaltevermögen der Jugendlichen zu stärken", erklärt Bonnie Schepe, die Leiterin. Nach der Bestimmung der Fähigkeiten wird versucht, die Teilnehmer in Praktika unterzubringen, die vom Arbeitsmarktservice finanziert werden. Ergibt sich daraus keine Anstellung oder Lehre, kann man zurück in die Factory kommen - für maximal ein Jahr.

132 Teilnehmer kamen seit Jänner 2001, 48 sind derzeit in den Werkstätten beschäftigt, 73 Jugendliche (86 Prozent) konnten vermittelt werden. Wie dauerhaft diese Beschäftigungen sind, muss noch evaluiert werden.

Der "Verein für Sozialprävention und Gemeinwesenarbeit", der die Factory betreibt, bietet mit "learn" ein weiteres Projekt für Schulabrecher an. Jugendliche sowie Frauen jedes Alters können hier den Hauptschulabschluss nachholen. In Einzelunterricht und Kleingruppen wird bei freier Zeiteinteilung gebüffelt. Mit recht beachtlichem Erfolg: Von Jänner bis Juni wurden 42 Externistenprüfungen abgelegt - mit einem Notenschnit von 1,48.(Michael Möseneder/Der STANDARD, Printausgabe, 26.6.2002)

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