UNO, NGOs und Europarat gedenken am Mittwoch den Opfern von Folter

25. Juni 2002, 16:32
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Anlass ist der 15. Jahrestag der Annahme der Europäischen Konvention gegen die Folter als auch der UNO-Tag für Folterüberlebende

Wien/Straßburg - Europarat, UNO und Nicht-Regierungsorganisationen gedenken am Mittwoch den Opfern der Folter in der ganzen Welt. Anlass ist der 15. Jahrestag der Annahme der Europäischen Konvention gegen die Folter am 26. Juni 1987 und der gleichzeitig stattfindende UNO-Tag für Folterüberlebende. Das "Europäische Komitee zur Verhütung von Folter" (CTP) habe sich seither als wichtige Institution bei internationalen Menschenrechtsfragen etabliert, betonte der Europarat am Dienstag in einer Aussendung. Bei rund 150 Besuchen in mehr als 40 europäischen Staaten habe das Komitee seither Menschenrechtsverletzungen durch Folter angeprangert und ein Ende dieser Maßnahmen gefordert.

Die Empfehlungen des Komitees hätten zu weit reichenden Verbesserungen in verschiedenen Ländern geführt, darunter zu einer verstärkten Überwachung der Polizeitätigkeit, besseren rechtlichen Garantien gegen Misshandlung und zu Verboten diverser Haftbedingungen und Verhörmethoden. "Es war das CTP, das Abdullah Öcalan in seinem türkischen Gefängnis nach seiner Verhaftung und nach seinem Prozess besucht hat", heißt es in einer Aussendung des Europarats. Auch Haftanstalten in Tschetschenien und Besuche bei Terrorverdächtigen in Großbritannien nach dem 11. September habe das Komitee besucht. Europarats-Generalsekretär Walter Schwimmer rief in Erinnerung, dass Russland dem Europarat und dem CTP Unterstützung bei der Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien versichert habe.

Forderungen

Die Hilfsorganisation Hemayat (persisch: Schutz) fordert anlässlich des UNO-Tags für Folterüberlebenden am 26.Juni die Verbesserung der medizinischen und psychologischen Versorgung von Folteropfern in Österreich. "Weder der verlogene Moralismus der letzten Jahre noch der hysterische Aktionismus jetzt, helfen Menschen mit schwerer Traumatisierung", erklärte Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie Österreich und Vorstandsmitglied von Hemayat in einer Aussendung. Zwei Drittel der Flüchtlinge seien nicht krankenversichert. Ohne Unterstützung und Begleitung für die Folterüberlebenden könne es "keine Integration in einem neuen Land" geben.

Hemayat ist nach eigenen Angaben eine Hilfsorganisation zur medizinischen, psychologischen und psychotherapeutischen Betreuung von Folterüberlebenden. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 200 Personen aus über 30 Ländern von Hemayat betreut, erklärte Schenk; von diesen waren an die 20 jünger als 19 Jahre. Nach UNO-Angaben seien fünf bis 30 Prozent der Flüchtlinge Folterüberlebende. (APA)

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    Aktivisten der Menschrechtsorganisation amnesty international vor dem Berliner Reichstag.

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