Zaunfreie Stadien noch Vision

30. Juni 2002, 18:37
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Propjektgruppe der Sicherheitskommission erstellte für die neue Saison einheitliche Sicherheitsrichtlinien

Wien - Heinz Fahnler, der Vorsitzende der Sicherheitskommission der österreichischen Fußball-Bundesliga, sieht hinter den überarbeiteten Sicherheitsrichtlinien für die kommende Saison die Vision eines "zaun- und polizeifreien Stadions". Zu diesem Zweck hat im vergangenen Winter eine Projektgruppe, der unter anderem Experten aus dem Bereich der öffentlichen Sicherheit, privater Sicherheitsdienste sowie weiterer Bundesliga-Mitglieder angehörten, unter der Leitung von Fahnler das neue Sicherheitskonzept ausgearbeitet.

Österreichweite Regelung

Dabei standen vor allem die Harmonisierung von diversen Bestimmungen mit den Vorgaben der UEFA sowie österreichweit einheitlicher Regelungen betreffend Fan-Choreografien und Handhabung des Stadionverbots am Programm. Auch wurde definiert, welche Gegenstände mit ins Stadion genommen werden dürfen und welche nicht. So sind zum Beispiel Schirme mit Holz- und Metall-Spitzen verboten, Knirpse hingegen werden an den Stadiontoren ebenso wenig konfisziert wie Tetrapak mit bis zu einem halben Liter Inhalt. Flaschen und Dosen sind jedoch untersagt.

Private Ordnerdienste statt Executive

Um die Fan-Kultur zu fördern, sollen bei Fan-Choreografien im Hinblick auf die Sicherheitslinien Ausnahmen (zum Beispiel bei Pyrotechnik, überdimensionalen Fahnen, Trommeln, Megafonen) gemacht werden. Besonderes Augenmerk wird auch auf die Ordnerschulung gelegt. Die privaten Ordnerdienste sollen die Exekutive in den Stadien so weit wie möglich ablösen. Einem von jedem Verein zu ernennenden Sicherheitsbeauftragten kommt große Bedeutung zu. Er soll mit diversen Fan-Gruppen in Kontakt sein und zudem als Bindeglied im Zusammenspiel von privaten Ordnerdiensten und Exekutive fungieren.

Videoüberwachung empfohlen

Stadionverbote können sowohl für die jeweiligen Heimspiele eines Klubs als auch bundesligaweit ausgesprochen werden, sollen aber auf zwei Jahre begrenzt sein. Zudem haben die "schwarzen Schafe" Einspruchsmöglichkeit. Um Unruhestifter in den Arenen so schnell wie möglich zu identifizieren und aus dem Verkehr zu ziehen, empfahl Fahnler den Klubs die Installation von Überwachungskameras nach Vorbild England. "Aber vorgeschrieben ist es nicht, denn wir wollen die Vereine nicht wirtschaftlich überfordern." (APA)

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