Drogenring in Salzburg dealte Heroin und Kokain um 23 Millionen Euro

25. Juni 2002, 16:30
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Schwerste Strafen für "Verräter" - 220 Kilo Heroin und Kokain verkauft

Einen riesigen Drogenring hat die Kriminalabteilung der Gendarmerie in Salzburg ausgehoben. Der Bande wurde der Verkauf von mehr als 22 Kilo Heroin und Kokain im Schwarzmarktwert von über 23 Millionen Euro nachgewiesen.

Zehn Jahre unbemerkt "gearbeitet"

Auf die Spur der Bande, die mit 220 (richtig) Kilo Heroin und Kokain im Raum Salzburg gehandelt haben soll, waren die Kriminalisten schon nach der Festnahme von drei Verdächtigen am 31. Mai des Vorjahres gekommen. Darunter sind ein 55-jähriger Mann und eine 48-jährige Frau, die als "Köpfe" gelten. Dass die Gruppe zehn Jahre unbemerkt "arbeiten" konnte, liegt daran, dass die beiden "Chefs" einen extrem strengen Vertrauenscodex anwandten, der bei Geheimnisverrat schwerste Konsequenzen zur Folge hatte, um massiv abzuschrecken.

Mit Eisenstangen zum Schweigen gebracht

So seien die Mitglieder der zweiten oder dritten Ebene mit Eisenstangen zum Schweigen gebracht worden, schilderte der Leiter der Kriminalabteilung, Franz Lang. Der zweiten Ebene haben rund 15 Mitglieder angehört.

Die beiden Hauptverdächtigen sowie die Tochter die Frau, die bereits im Alter von 15 Jahren "mitgearbeitet hat", haben laut Gendarmerie in den vergangenen zehn Jahren das Suchtgift im Wert von 23 Millionen Euro nach Salzburg gebracht und hier an Dealer und zum Teil an Süchtige selbst weiterverkauft. Die Drogen hatten sie teilweise in Holland gekauft, teilweise in Wien, aber auch aus anderen Ländern bezogen, so Lang.

Aufarbeitung der kriminellen Vergangenheit

Im Zuge der Aufarbeitung der kriminellen Vergangenheit der beiden Hauptverdächtigen und weiterer Personen konnten mehrere Körperverletzungen, gefährliche Drohungen, schwere Diebstähle, Hehlereien, Geldwäsche, Einschüchterung und Bedrohungen von Zeugen sowie Anstiftungen zur Falschaussage geklärt werden, "welche insgesamt als milieubedingt gelten und somit die gewachsene bandenmäßige Struktur der Tätergruppe kennzeichnen", so die Kriminalabteilung.

Trotz des unvorstellbaren Wertes des Suchtgiftes gehen die Ermittler davon aus, dass das Paar noch "Einkünfte" aus anderen Tätigkeiten bezogen hat, vor allem im Rotlicht-Bereich. Darauf sei auf Grund der wirtschaftlichen Verhältnisse, der Lebensführung und der angeschafften Vermögenswerte zu schließen. Jahrelang sei aber versucht worden, das wirkliche Vermögen zu verschleiern, so dass die Kriminalisten vorerst nur relativ wenig sicherstellen konnten.

Beschlagnahmungen

Beschlagnahmt wurden Schmuck im Wert von mehr als 72.600 Euro, zwei Fahrzeuge, Antiquitäten, Sparbücher und Anlagengewinne ebenfalls im Wert von mehr als 72.600,- Euro. Zur Sicherung der Abschöpfung wurde den beiden Verdächtigen jegliche Veräußerung, Belastung und Verpfändung des Hauses in Neumarkt am Wallersee, das mehrere 100.000 Euro wert ist, sowie die Belastung und Verpfändung der beschlagnahmten Gegenstände, Fahrzeuge und Wertsachen untersagt. Die Ermittlungen sind laut Kriminalabteilung noch im Laufen. (APA)

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