Milliardengrab Xbox

25. Juni 2002, 16:27
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Spielkonsole kostete Microsoft bereits hunderte Millionen Dollar - Preiskampf mit Konkurrenten

Redmond/Hamburg - Der Eintritt in den heiß umkämpften Konsolenmarkt hat den weltgrößten Softwarekonzern Microsoft nach US-Medienberichten bereits hunderte Millionen Dollar gekostet. Das Unternehmen erwarte im Geschäft mit der Xbox einen Verlust von 750 Mill. Dollar (767 Mill. Euro) im laufenden Finanzjahr (bis 30. Juni), berichtete das US-amerikanische Fachblatt "Red Herring" am Montag.

Bis zum Ende des Geschäftsjahres wolle das Unternehmen 3,5 bis 4 Millionen Konsolen verkauft haben, hieß es weiter. Pro verkaufte Xbox mache Microsoft derzeit dem Bericht zufolge 150 Dollar Verlust. Microsoft-Sprecher David Hufford habe einen Kommentar abgelehnt.

Heftige Preisschlachten

In den vergangenen Monaten hatten sich die großen drei Konsolenhersteller Sony, Nintendo und Microsoft heftige Preisschlachten geliefert. Zuletzt hatte Sony den Preis seiner Playstation 2 im Mai um ein Drittel gesenkt, Microsoft war mit seiner Xbox, die bisher die teuerste Konsole war, gleichgezogen. Im kommenden Geschäftsjahr rechne Microsoft nach Angaben aus Unternehmensnahen Kreisen mit 1,1 Mrd. Dollar Verlust durch die Konsole. Das Unternehmen verfüge jedoch über 42 Mrd. Dollar Bargeld und könne damit die Defizite auffangen.

Auf der vergangenen Spielemesse E3 in Los Angeles hatte Xbox-Chef Robbie Bach angekündigt, dass Microsoft ungeachtet der Verluste in den kommenden fünf Jahren weitere zwei Mrd. Dollar für die Konsole ausgeben wolle. Mit dem neuen Internet-Spielservice "Xbox Live" soll der schleppende Verkauf bereits im Herbst angekurbelt werden. Eine Xbox mit zusätzlichen Funktionen wie digitalem Videorecorder, größerer Festplatte und externen Speicher-Chips soll voraussichtlich im kommenden Jahr für rund 500 Dollar auf den Markt kommen.(APA/dpa)

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