Einigkeit zwischen Tony Blair und Joschka Fischer

25. Juni 2002, 14:57
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Für beide steht fest, dass die Führungsfrage nur vom palästinensischen Volk selbst entschieden werden kann

London/Berlin - Die britische Regierung hat die Nahost-Rede von US-Präsident George W. Bush als ein Zeichen des fortgesetzten Engagements der USA im israelisch-palästinensischen Konflikt begrüßt. Zu der Forderung Bushs nach einem palästinensischen Führungswechsel sagte ein Sprecher von Premierminister Tony Blair in London: "Wir haben immer gesagt, es ist Sache des palästinensischen Volkes, seine Führung zu wählen." Hauptpunkt sei dabei, dass ein Palästinenserführer repräsentativ für sein Volk sei und dessen Visionen verwirkliche.

Die britische Regierung begrüßte, dass in der Rede Bushs die "Grundelemente" des Rechtes auf einen Palästinenserstaat und Israels Anspruch auf sichere Grenzen enthalten seien. "Niemand unterschätzt die Schwierigkeiten bei der Erfüllung dieser Vision, aber die internationale Gemeinschaft muss alles tun, um diesen Prozess voranzutreiben." In Londoner Regierungskreisen wurde Enttäuschung darüber geäußert, dass Bush mit keinem Wort die Möglichkeit einer internationalen Friedenskonferenz angesprochen habe.

Keinen Wechsel von außen aufrücken

Nach Ansicht des deutschen Außenministers Joschka Fischer kann die von Bush gestellte Führungsfrage nur vom palästinensischen Volk selbst entschieden werden. "Ich sehe nicht, dass man da von außen eine Entscheidung wird den Palästinensern aufdrücken können. Allerdings denke ich, dass die Palästinenser sich jetzt sehr sorgfältig überlegen müssen, wie weit sie diese Chancen nutzen wollen", sagte Fischer im DeutschlandRadio Berlin. Eines der großen Probleme sei heute, dass die israelische Seite Präsident Yasser Arafat nicht mehr als Partner anerkenne. (APA/dpa)

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    Einigkeit zeigten Blair und Fischer bei der Frage, wer über eine neue palästinensische Führung zu entschieden habe.

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