In den Schulen blieben Plätze frei

25. Juni 2002, 14:20
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Auch Maturanten betroffen - Leere Klasse in Freistadt - Wandertag als "Ausweg"

Wien - Der am Dienstag 0.00 Uhr angelaufene 48-stündige Postbus-Streik hatte unterschiedliche Konsequenzen für den Schulbetrieb in Österreich: In zahlreichen Klassen blieben aus diesem Grund Plätze frei, wobei Vorarlberg als einziges Bundesland eine Ausnahme bildete. Im "Ländle" waren die Postbusse nämlich fahrplanmäßig unterwegs.

Kritisch war die Situation für Maturanten, deren mündliche Prüfungen für Dienstag und Mittwoch angesetzt waren. Allein in der Steiermark waren 27 Schulen betroffen, für Maturanten gab es kein Pardon. "Wer jetzt nicht antritt, bekommt einen Termin im Herbst", verlautete aus dem Landesschulrat in Graz, "wer wirklich will, kommt auch so in die Schule."

Keine andere Fahrgelegenheit

In der Steiermark wie auch in anderen Bundesländern galt das Fernbleiben vom Unterricht nur dann als entschuldigt, wenn der Schüler keine andere Fahrgelegenheit als den Postbus hat. In Oberösterreich zum Beispiel wurden die Schulen angewiesen, dass mit dieser Regelung kein Missbrauch betrieben werde. In der Bundeshandelsakademie und -handelsschule in Freistadt erschienen nur 22 Prozent der Schüler zum Unterricht, eine Klasse blieb komplett leer. Die Quote entsprach dem Teil der Schüler, die aus abgelegenen, nur von Postbussen erschlossenen Gemeinden kommen.

Vielfach sprangen Eltern und hier vor allem nicht berufstätige Mütter ein, um den Nachwuchs in die Schule zu bringen. Nicht zuletzt deshalb hieß es etwa im Landesschulrat Niederösterreich, der Postbus-Streik stelle "keine Problematik" dar. Im flächenmäßig größte Bundesland sind 18 Prozent der knapp 220.000 Schüler auf Postbusse angewiesen. Nur minimale Auswirkungen gab es auch in Salzburg und Wien.

Wandertag

Im burgenländischen Rust, wo beim ersten Postbus-Streik am 29. Mai nur 25 der insgesamt 240 Hauptschüler zum Unterricht erschienen waren, war für Dienstag ein Wandertag angesetzt. Für morgen, Mittwoch, rechnete Direktor Heinrich Unger allerdings wieder mit einer "ganz mageren Besetzung".

In Kärnten erschienen mehr Schüler zum Unterricht als am 29. Mai. Besonders viele Kinder sind im Bezirk Spittal/Drau auf den Postbus angewiesen. Das schlug sich in den Absenzquoten nieder: In der Hauptschule Seeboden fehlte bei einem Anteil von 80 Prozent Schulfahrern die Hälfte aller Schüler. Im Bundesgymnasium Porcia in Spittal blieb jeder vierte Platz leer. (APA)

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