Managergehälter legen weiter zu

25. Juni 2002, 14:30
1 Posting

Jedoch weniger stark als Inflation - Einkommensschere zwischen Frauen und Männern ging 2001 weiter auseinander

Wien - Österreichs Führungskräfte verdienen mehr als vor einem Jahr. Das durchschnittliche Jahresgesamteinkommen stieg um 0,97 Prozent auf 121.000 Euro brutto. Das durchschnittliche Jahresgrundgehalt - Bruttogehalt samt 13. und 14. Monatsgehalt, exklusive Sonderzahlungen - erhöhte sich um 1,71 Prozent auf rund 100.000 Euro. Damit spiegle sich der Konjunktureinbruch auch in den Managereinkommen wider, sagten die Geschäftsführer des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF) am Dienstag vor Journalisten in Wien.

"Die heimischen Manager sind nicht die Abzocker der Nation", schlussfolgern die WdF-Geschäftsführer Friederike Hladky und Helmut Wisiak aus den Daten. Zum Vergleich: Die Inflationsrate (Verbraucherpreise) lag im Mai im Jahresabstand bei 1,9 Prozent, im vergangenen April bei 1,8 Prozent. Die Daten sind Ergebnis einer Umfrage unter 590 Führungskräften, die im Auftrag des WdF im März und April d.J. von Gallup durchgeführt wurde.

Keine gleichförmige Entwicklung

Die Entwicklung der Einkommen verlief keineswegs gleichförmig: In der ersten Führungsebene stiegen die Jahresgesamteinkommen um 0,44 Prozent auf einen Mittelwert von 140.000 Euro, in der zweiten Führungsebene betrug der Anstieg 0,57 Prozent auf 102.000 Euro, während es in der dritten Führungsebene gegenüber 2001 sogar einen Rückgang um 1,46 Prozent auf 76.000 Euro gab. Bereits 72 Prozent der Befragten erhält einen variablen, erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteil, der aber wegen der schwächeren Geschäftsentwicklung geringer ausfiel.

Am meisten verdienen Manager aus den Bereichen Versicherungen (153.000 Euro), Handel (126.000 Euro), Industrie (123.000 Euro), Banken/Sparkassen (121.000 Euro) und Dienstleistungen (118.000 Euro). Eine Aufschlüsselung nach Branchen zeigt Führungskräfte aus Bau/Stein/Keramik/Glas mit einem Mittelwert von 157.000 Euro als Spitzenverdiener, gefolgt vom Nahrungs-/Genussmittelbereich (123.000 Euro), Chemie/Kunststoff/Pharma (122.000 Euro), Papier/Holz (120.000 Euro). Manager aus Elektro/Elektronik mussten nach Abflauen des Booms einen Rückgang um 3,9 Prozent einen Rückgang auf 120.000 Euro hinnehmen, die Einkommen von EDV-/IT-Managern schrumpften sogar um 6,2 Prozent.

Einkommensschere zwischen Frauen und Männern weiter auseinander

Die Einkommensunterschiede zwischen weiblichen und männlichen Führungskräften sind noch größer geworden: Das durchschnittliche Jahresgesamteinkommen der weiblichen Führungskräfte - nur 7 Prozent der befragten Personen - ging sogar um 5,25 Prozent auf 86.000 Euro zurück, während ihre männlichen Kollegen mit durchschnittlich 124.000 Euro um 1,9 Prozent mehr verdienen. Der Grund dafür liege in der Tatsache, dass Frauen vor allem in der zweiten und dritten Führungsebene zu finden sind - und schwerpunktmäßig auch eher im Dienstleistungsbereich, wo die Anstiege geringer ausfielen als etwa in der Industrie, führte Hladky aus.

Die durchschnittliche Führungskraft ist männlich, 47 Jahre alt, Akademiker, seit mehr als 10 Jahren im Industriebereich in einer GmbH beschäftigt, wo er für 83 Mitarbeiter und ein Budget von 36 Mill. Euro verantwortlich ist, geht aus der Umfrage hervor.(APA)

  • Artikelbild
    foto: photodisc
Share if you care.