Zur Mohnblüte ins Waldviertel

    22. Juni 2002, 16:08
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    Augenschmaus und Gaumenfreuden entlang des Mohnstrudelwegs

    Zur Jahresmitte wartet das obere Tal der Großen Krems mit einer besonderen Attraktion auf, da verwandelt es sich in einen prachtvollen Garten: Es blüht der Mohn. Rund 200 Hektar ist die Anbaufläche groß, allein in Armschlag - welches sich "Mohndorf" nennt - produziert man bei einer Ernte rund 4000 Kilogramm erstklassige Ware.

    Die ganze Blütenpracht dauert nur knapp zwei Wochen, jede Pflanze blüht nur einen Tag. Um ja nicht den richtigen Zeitpunkt für die Mohnstrudeltour zu verpassen, gibt es ein "Mohntelefon" - (02872) 7421 -, bei dem man den richtigen Zeitpunkt erfragen kann.

    Rund um Armschlag dreht sich (fast) alles um den Mohn, es gibt ein Schaufeld, auf dem die verschiedensten Mohnarten angebaut sind. Man hat einen Mohnlehrpfad errichtet, man bietet Mohnöl, Mohngestecke und Mohnkapseln an. Und natürlich erwarten einen im Mohnwirtshaus köstliche Mohnspezialitäten, derentwegen allein der Ausflug lohnt. Ein besonderer Tipp: Man verkoste die Mohnoberstorte und die Mohnzelten. Am dritten Sonntag im September steht der Mohnkirtag auf dem Programm.

    Für den Wanderer hat man einen "Mohnstrudelweg" angelegt, der rot-grün markiert und bestens beschildert ist. Will man die gesamte Runde absolvieren, hat man mit einer Gehzeit von rund 5 Stunden zu rechnen, die Tour lässt sich aber abkürzen. Im Prospekt "Erholungsort Sallingberg" findet man einen Plan des Mohnstrudelweges, auf dem alle Mohnfelder eingetragen sind; auch ohne Plan ist die Pracht kaum zu übersehen.

    Der Mohnbau ist im Waldviertel seit dem 13. Jahrhundert nachgewiesen, der Zwettler Graumohn notierte bis 1934 sogar an der Londoner Börse. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Mohnbau fast zum Erliegen, erst seit etwa einem Jahrzehnt registriert man einen Aufschwung. Nicht zuletzt deshalb, weil man Bayern als Exportland gewonnen hat, wo das Anpflanzen von Mohn verboten ist, dessen Früchte auch als Basis für Rauschgift dienen.

    Die Route

    Von Armschlag geht es auf der rot-grünen Markierung nach Bernreith und zum malerischen Weyrerteich, den man nach etwa 1 Stunden erreicht. Über eine Höhe hinweg wandert man in etwa 1 Stunden nach Ottenschlag, von wo man direkt nach Armschlag zurückkehren könnte. Der Mohnstrudelweg führt an den Fuß des Osterbrunnbergs, nach Rabenhof und nach Sallingberg. Ab Ottenschlag zwei Stunden. In einer weiteren halben Stunde wandert man der Großen Krems entlang zurück nach Armschlag. Bei einer Abkürzung von Ottenschlag nach Armschlag reduziert sich die Gehzeit um etwa anderthalb Stunden.

    Gesamtgehzeit 5 Stunden, Höhenunterschied rund 250 m. Gasthäuser in Ottenschlag, Sallingberg und Armschlag. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 36 (Ottenschlag); Plan im Prospekt "Erholungsort Sallingberg". (Bernd Orfer/DER STANDARD, Printausgabe, 22.06.2002)

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