Allergiefreier Urlaub im Hochgebirge

26. Juni 2002, 12:26
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Spezielle Urlaubsangebote für Allergiker - Hochgebirgsklima bringt Erleichterung

Wien - Niesen, Jucken und Atemnot, zumindest für ein paar Wochen vergessen lassen, das will der Verein "Allergie-Alpin" mit einem neuen Ferien-Angebot für Allergiker. Bereits 16 Mitgliedsbetriebe in Kärnten, Osttirol, Vorarlberg und der Steiermark erfüllen die vorgegebenen Kriterien des Vereins und bieten Aufenthalte für unter Allergien leidende Urlauber.

"23 Prozent der Bevölkerung in den Industriestaaten sind von Allergien betroffen. Die Zahl der Allergiker befindet sich im Steigen", erläuterte Tourismus-Staatssekretärin Mares Rossmann bei der Präsentation des Angebots am Dienstag. In Deutschland etwa, leide jeder vierte Erwachsene und jedes dritte Kind an dieser "modernen Zivilisationskrankheit".

Die häufigsten Erkrankungen sind die der Luftwege - Heuschnupfen und Asthma bronchiale. Dazu kommt es durch Sensibilisierung gegen natürlich vorkommende Umweltstoffe wie Pollen, Hausstaubmilbe, Schimmelpilzsporen und Tierhaare, wie Dr. Gerald Freisleben, Medical Advisor bei PharmaciaDiagnostics, erklärt.

Laut wissenschaftlichen Studien garantiert das Hochgebirgsklima ab einer Seehöhe von 1.500 Metern absolute Milben- und Schimmelpilzfreiheit und eine geringere Pollenbelastung als in Tallagen. Bereits nach zwei, drei Wochen trete eine Linderung der Symptome ein, so Freisleben, die auch mehrere Monate anhalte.

"Es wird kein klinischer Aufenthalt geboten, sondern Urlaub und Ferien", sagte Josef Kirchmair, Geschäftsführer der Angebotsgruppe. Die Hotelbetriebe müssen aber verschiedene Kriterien einhalten. Die Betriebe befinden sich in mindestens 1.500 Metern Seehöhe, und in den Gebieten wird regelmäßige Pollenmessungen durchgeführt, deren Ergebnisse dem Pollenwarndienst zur Verfügung gestellt werden und im Internet abrufbar sind. Der künftige Urlauber könne so im Vorfeld seinen Aufenthalt nach Region und Zeit planen. Ein Zertifikat des Innsbrucker Instituts für Mikrobiologie muss dem Quartier Allergiefreiheit bescheinigen.

Außerdem müssen sich die Betrieb verpflichten, die Angestellten regelmäßig zu schulen. Etwa über Ernährung, wegen der oft auftretenden Lebensmittelallergien bzw. Kreuzallergien, oder Erste-Hilfe-Maßnahmen für Allergiker.

Zusätzliche Kriterien seien Shops mit Produkten für Allergiker oder ebene Wanderwege. "Es beruhigt einfach die Seele des Allergikers, wenn wir das zusätzlich machen", unterstrich Kirchmair.

Für die Betriebe sei die Konzentration auf diese Zielgruppe eine große Chance, nicht zuletzt für den Ganzjahrestourismus, wie Gerald Hauser, Obmann der Urlaubsregion Defereggental, versichert. Derzeit werden, so Kirchmair, Gespräche geführt, um weitere Mitglieder anzuwerben, da es bereits sehr viele Anfragen und Buchungen gibt.

Allergie-Alpin ist Gründungsmitglied der Clusterinitiative Wellbeing GmbH. und kooperiert mit der AMAS-Höhenstudie (Alpine Moderate Altitute Study) und dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). (APA/red)

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