Schüssel: "Jedes Volk wählt seine Führung selbst"

25. Juni 2002, 18:39
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Bundeskanzler interpretiert Bushs Rede: Keine Forderung nach Ablöse Arafats sondern nach mehr Demokratie

Wien - Der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) setzt hinsichtlich einer möglichen Lösung der Nahost-Krise auf die Wiederaufnahme von Gesprächen und das Bekenntnis zu einem eigenen Palästinenserstaat. US-Präsident George W. Bush habe seine Rede angesichts der Gewalt auf beiden Seiten in einer "sehr schwierigen Situation" gehalten, so Schüssel am Dienstag nach dem Ministerrat. Der US-Präsident habe aber einige "interessante Gedanken" geäußert, etwa das mittelfristige Bekenntnis zu einem Palästinenserstaat.

Auf die Forderung Bushs nach einer veränderten Palästinenserführung angesprochen, meinte Schüssel, dies bedeute nicht zwangsläufig die Ablöse von Präsident Yasser Arafat. Hinter dieser Formulierung verberge sich etwa auch die Forderung nach mehr Demokratisierung. Und: "Ich meine nur, dass man sich von außen eine gewählte demokratische Führung nie aussuchen kann. Jedes Volk wählt seine Führung selbst."

Hoffnung setzt Schüssel auch auf die Einberufung einer Nahost-Konferenz durch das "Quartett" USA, Russland, UNO und EU. Der Bundeskanzler: "Wichtig ist, dass das Gespräch wieder aufgenommen wird, man die Idee eines Palästinenserstaats nachhaltig verankert." (APA)

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