Deutlich mehr Pleiten, aber Schulden sinken

25. Juni 2002, 18:53
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Libro größte Insolvenz im ersten Halbjahr

Wien - Die Gesamtzahl an Insolvenzen ist in Österreich im ersten Halbjahr 2002 laut Kreditschutzverbandes (KSV) um 4,7 Prozent auf 2762 Fälle gestiegen. Die geschätzten Verbindlichkeiten sind jedoch um 22,5 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro gesunken. Die meisten Pleiten hat die Bauwirtschaft zu verzeichnen.

Die eröffneten Insolvenzverfahren haben im ersten Halbjahr 2002 gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent auf 1441 Verfahren abgenommen. Die mangels Masse abgewiesenen Konkursanträge sind wieder deutlich um zwölf Prozent auf 1321 Firmenzusammenbrüche angestiegen.

Libro größte Pleite

Die bisher größte Firmenpleite des laufenden Jahres ist der Konkurs der Buch- und Medienhandelskette Libro. Derzeit gibt der KSV die Libro-Passiva mit 344 Mio. Euro an, diese dürften im Laufe des Konkursverfahrens wegen diverser Schadenersatzforderungen auf 430 Mio. Euro steigen. Die Pleite der Libro AG sei jedoch auch eine Chance auf einen Neubeginn in neuen Händen, so KSV-Experte Hans-Georg Kantner.

Die zweitgrößte Pleite verursachte der gescheiterte Wiener Immobilienmakler Alaa Abouelenin mit 55,7 Mio. Euro, gefolgt von der KPNQwest Austria GmbH mit 36 Mio. Euro. Der Konkurs des FC Tirol schlägt sich in der Insolvenzstatistik mit Passiva von 16 Mio. Euro nieder. (kab, DER STANDARD, Printausgabe 26.6.2002)

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KSV

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