Kucan mahnt zu Einheit bei europäischer Integration

25. Juni 2002, 12:46
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Slowenien feiert elften Jahrestag der Erklärung der Unabhängigkeit

Laibach - Slowenien begeht am Dienstag den "Tag der Staatlichkeit". Vor genau elf Jahren, am 25. Juni 1991, nahm das Parlament der damaligen jugoslawischen Teilrepublik Jugoslawiens ein Verfassungsdokument an, in dem sich Slowenien zum selbstständigen und unabhängigen Staat erklärte. In seiner Rede zum Feiertag mahnte Präsident Milan Kucan zu nationaler Einheit in Fragen der europäischen Integration.

Es war die letzte Rede Kucans zum "Tag der Staatlichkeit", denn nach zwei Amtszeiten zu jeweils fünf Jahren endet sein Mandat im Spätherbst. Er sprach am Laibacher Platz der Republik, wo er auch vor elf Jahren als damaliger Präsident der fünfköpfigen Präsidentschaft der sozialistischen Teilrepublik einen Tag nach der Annahme des Verfassungsbeschlusses einer riesigen Menschenmenge erklärt hatte, dass die Slowenen bereits in einem selbstständigen Stand lebten.

Zehntagekrieg

Damals hieß der Platz freilich noch Platz der Revolution. Die Versammlung wurde durch Tiefflüge jugoslawischer Militärflugzeuge gestört und wenige Stunden nach dem Ende der Feier rückten aus den Kasernen Panzer der jugoslawischen Volksarmee aus, um Grenzübergänge und den Laibacher Flugplatz zu besetzen.

In den Morgenstunden des 27. Juni kam es zu einem ersten Gefecht zwischen Angehörigen der slowenischen Territorialverteidigung und jugoslawischen Soldaten. Der "Zehntagekrieg" begann. Er forderte 62 Tote, 39 davon waren Armeeangehörige, und wurde am 7. Juli mit der Unterzeichnung der Brioni-Deklaration, an der hohe Vertreter der EU wesentlichen Anteil hatten, beendet. Dreieinhalb Monate später, am 26.Oktober 1991, verließ der letzte jugoslawische Soldat das slowenische Territorium.

Neue Perspektiven

Kucan hielt sich in seiner Rede wenig mit der Vergangenheit auf. Viel mehr appellierte er an die Notwendigkeit, alle Kräfte für die wirtschaftliche und soziale Prosperität der Heimat zu sammeln und der jungen Generation neue Perspektiven zu geben. Es gab sich überzeugt, dass die Mehrheit der Slowenen für den Beitritt zur EU und zur NATO stimmen werden: "Es gibt zur Zeit keine bessere Wahl für uns!" Nach der jüngsten Meinungsumfrage würden sich bei einer Volksbefragung derzeit 57,4 Prozent der Slowenen für den EU-Beitritt entscheiden, die Zahl der NATO-Befürworter stieg von zuletzt 47,7 auf 51 Prozent. (APA)

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    Der slowenische Präsident Milan Kucan hielt seine letzte Rede zum "Tag der Staatlichkeit".

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