Creutzfeldt-Jakob-Krankheit durch verseuchte Präparate

25. Juni 2002, 12:33
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Ein 27-Jähriger hat sich ich offenbar bei einer Operation durch ein verseuchtes Bindegewebe-Pflaster infiziert

Johannesburg - Ein 27-jähriger Südafrikaner hat sich mit der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) infiziert. Wahrscheinlich habe der Patient bei einer Operation aus Deutschland stammendes, verseuchtes Gewebe erhalten, das bis 1996 vertrieben worden sei, vermutete Südafrikas Gesundheitsministerin Manto Tshabalala Msimang.

Den behandelnden Ärzten zufolge sei der nun schwer erkrankte Patient bei einer Operation vor elf Jahren mit dem Erreger der herkömmlichen CJD infiziert worden, sagte Gloria Murison von der Cuyler Klinik in Uitenhage am Montag. Zunächst war bei dem 27-Jährigen die menschliche Form des Rinderwahnsinns BSE, die so genannte vCJD, vermutet worden.

Bindegewebe-Pflaster aus Hirnhaut

Ein deutscher Pharmakonzern hatte aus Hirnhaut hergestellte Bindegewebe-Pflaster zwischen 1985 und 1996 weltweit vertrieben. Sie wurden unter anderem bei neugeborenen Kindern mit offenem Rücken oder Bauchfellkrankheiten sowie bei Gehirnoperationen eingesetzt. Weil bei dem Pflaster auch Hirnhäute unbekannter Herkunft oder kranker Spender verarbeitet worden waren, stellte der Konzern die Produktion 1996 ein. Im Streit um die Lieferung CJD-verseuchter Präparate nach Japan hat sich der Pharmakonzern im März zu Entschädigungen von insgesamt knapp zehn Millionen Euro verpflichtet. (APA/dpa)

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