CyberTron versucht über UTA weiter im Geschäft zu bleiben

26. Juni 2002, 19:48
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Insider rechnen jedoch mit Konkursantrag noch in dieser Woche

- Der schwer angeschlagene Wiener Telekomanbieter CyberTron hat nach der Netzabschaltung durch die Telekom Austria (TA) eine Vereinbarung mit der UTA Telekom geschlossen, die den 70.000 CyberTron-Kunden das Weitertelefonieren ermöglichen soll. Die Telekom Austria wird allerdings ohne Zustimmung der CyberTron-Kunden keine Voreinstellung für die Netzwahl vornehmen und warnt in einer Aussendung vor einer "Zwangsmigration" zu einem weiteren alternativen Telekomanbieter.

"Alles Weitere kommentieren wir nicht."

CyberTron-Sprecherin Henriette Lininger sagte zum STANDARD: "Die Kunden können sich ab jetzt in unser Netz über die UTA einwählen. Alles Weitere kommentieren wir nicht. Auch Interviews gibt es derzeit keine, die Vorstände sind in permanenten Verhandlungen."

Der Insolvenzrechtsexperte vom Kreditschutzverband (KSV), Alexander Klikovits, sagte im STANDARD- Gespräch: "Die Kunden müssen die Chance haben, sich den Anbieter auszusuchen. Hier kann es doch keine Zwangsbeglückung geben."

Konkursantrag nicht eingelangt

Der für gestern, Mittwoch, erwartete Konkursantrag sei beim Handelsgericht nicht eingelangt. Wann dieser komme, sei zum jetzigen Zeitpunkt unklar, da es "keine Informationen aus erster Hand" gebe, so Klikovits.

Schulden in Höhe von 60 Mio. Euro. ?

Brancheninsider gehen jedoch davon aus, dass CyberTron noch in dieser Woche den Gang zum Konkursrichter antreten muss. Kolportiert werden Schulden in Höhe von 60 Mio. Euro. Schlittert CyberTron mit diesem Passiva-Stand in die Pleite, wäre dies die zweitgrößte Insolvenz nach Libro in diesem Jahr. Im Bericht über das erste Quartal 2002 werden langfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 24,36 Mio. Euro sowie kurzfristige Verbindlichkeiten von 39,77 Mio. Euro ausgewiesen.

"Aufgrund unserer hervorragenden Kostenposition"

Zum Jahresausblick schrieb dort der Vorstand: "Aufgrund unserer hervorragenden Kostenposition geht das Management auch weiterhin davon aus, im Jahr 2002 den Cash-Breakeven zu erreichen." (Michael Bachner - DER STANDARD Printausgabe, 27. Juni 2002)

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