Bolivien: USA warnen vor Wahl von Kokabauern zum Präsidenten

27. Juni 2002, 12:41
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Sozialist Evo Morales macht sich für Rechte der Bauern stark - Washington droht mit Einfrieren von Anti-Drogen-Hilfe

La Paz - Die USA haben Bolivien vor der Wahl eines sozialistischen Kokabauern zum Präsidenten gewarnt. Sollten Befürworter der bolivianischen Kokainexporte die Wahl am Sonntag gewinnen, dann werde damit die US-Unterstützung für das bolivianische Anti-Drogen-Programm gefährdet, warnte US-Botschafter Manuel Rocha am Mittwoch in La Paz.

Mit Evo Morales, den Rocha nicht namentlich nannte, bewirbt sich bei der Präsidentschaftswahl zum ersten Mal auch ein Vertreter der Ureinwohner Boliviens, die die Mehrheit der Bevölkerung stellen. Morales wurde international bekannt, als er einen Massenprotest der Kokabauern anführte. In den Umfragen steht seine Bewegung für den Sozialismus (MAS) derzeit an vierter Stelle.

Washington unterstützt La Paz im Kampf gegen illegalen Drogenhandel mit einer jährlichen Finanzspritze von mehr als 100 Millionen Dollar (101 Millionen Euro). Mit dem Geld wurden seit 1998 54.000 Hektar Kokapflanzen zerstört. Die Kokabauern, unterstützt von Rentnern und Lehrern, werfen der Regierung vor, mit der Vernichtungsaktion ihre Lebensgrundlage zu zerstören und Hunger und Armut den Weg zu bereiten. Durch die Regierungskampagne wurde der Bestand an Koka-Pflanzungen drastisch reduziert. (APA)

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