AUVA: Klomfar doch für Beitragssenkung von 1,4 auf 1,2 Prozent

25. Juni 2002, 08:13
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Einnahmenausfall lasse sich durch Kostenwahrheit kompensieren

Wien - Der Obmann der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA), Helmut Klomfar (V), spricht sich doch für eine Senkung der AUVA-Beiträge von derzeit 1,4 auf 1,2 Prozent aus. Die Absenkung dürfe aber zu keinen Leistungskürzungen führen, meinte Klomfar im Gespräch mit der APA. Um den Einnahmenausfall von rund 131 Millionen Euro zu kompensieren, müsse allerdings "Kostenwahrheit" bei den Einnahmen und Ausgaben der AUVA herrschen, forderte Klomfar. Eine Abwälzung der fehlenden 0,2 Prozent auf die Arbeitnehmer komme nicht in Frage.

Zuletzt sei er teilweise falsch interpretiert worden, sagte Klomfar. Im Sinne der österreichischen Wirtschaft befürworte er selbstverständlich die Lohnnebenkostensenkung. Er sei 2001 angetreten, um die AUVA auf eine Beitragssenkung auf 1,2 Prozent vorzubereiten. Dabei dürfe es aber weder für die Arbeitgeber (z.B. bei der Unfallverhütung) noch für die Arbeitnehmer zu Leistungskürzungen kommen. Die Zahl der Arbeitsunfälle sei in den letzten zehn Jahren um 34 Prozent gesunken, weshalb eine Beitragssenkung grundsätzlich gerechtfertigt sei, meinte der AUVA-Obmann.

Für die Finanzierung sei aber "Kostenwahrheit" nötig. So zahle die AUVA für jene Arbeitsunfälle, die nicht in AUVA-Krankenhäuser behandelt würden, jährlich eine Pauschale von 116 Millionen Euro. Das sei aber um rund 50 bis 72 Mill. Euro zu viel. Auf der anderen Seite bekomme man für einen Freizeitunfall, der in einem AUVA-Krankenhaus stationär behandelt wird, nur 116 Euro pro Tag ersetzt. Die tatsächlichen Kosten würden sich aber auf 436 Euro belaufen. Die AUVA fordere deshalb zumindest eine teilweise Erhöhung dieser Mittel. Klomfar will diese Forderungen auch zum Verhandlungsgegenstand mit der Politik machen. Nur wenn hier nichts geschehe, drohe für das nächste Jahr ein Defizit von 47 Mill. Euro.

Einsparungspotenzial gebe es zwar auch noch im Verwaltungsbereich, die gesamten Einnahmenausfälle könnte damit aber nicht ausgeglichen werden. Im Vorjahr seien bereits sechs Prozent an Verwaltungskosten eingespart worden. Das mache aber lediglich 3,12 Mill. Euro aus. Insgesamt könnten in der Verwaltung in den nächsten drei bis vier Jahren maximal 15 Prozent eingespart werden, sagte Klomfar. (APA)

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