Lehrer Heise ist doch "Held von Erfurt"

24. Juni 2002, 20:50
posten

Nach dem Abschlussbericht hat sich das Ende des Massakers im Erfurter Gutenberg-Gymnasium genau so abgespielt, wie es der Geschichtslehrer geschildert hat

Magdeburg/Berlin - Rainer Heise (Bild) ist rehabilitiert. Nach dem Abschlussbericht von Polizei und Justiz hat sich das Ende des Massakers im Erfurter Gutenberg-Gymnasium am 26. April genau so abgespielt, wie es der Geschichtslehrer geschildert hat. Zweifel an Heises Darstellung hatte zuvor unter anderem der Erfurter Polizeichef geäußert.

Der Lehrer habe den Schüler Robert Steinhäuser im Zimmer 111 eingeschlossen und den Schlüssel einem Polizisten übergeben, heißt es in dem Bericht, der heute, Dienstag, der thüringischen Landesregierung vorgelegt wird. Ein Polizist, der vor der Tür postiert wurde, hörte dann den Schuss, mit dem sich der Täter selbst umbrachte.

Einzeltäter

Steinhäuser, der von der Schule verwiesen worden war, hatte zuvor zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin und einen Polizisten erschossen. Laut dem Bericht ist auch zweifelsfrei geklärt, dass Steinhäuser als Einzeltäter handelte.

Der Geschichtslehrer war in den Medien als "Held von Erfurt" gefeiert worden und gab auch bereitwillig Interviews. Daraufhin war er mit Vorwürfen von Kollegen konfrontiert, er suhle sich im Blut der Ermordeten. Die Direktorin meinte, Heise hätte "ein leiserer Held" sein sollen. (afs/DER STANDARD, Printausgabe, 25.6.2002)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.