Erste Bank holt sich Geld für Ostexpansion

25. Juni 2002, 19:00
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Kapitalerhöhung soll rund 750 Millionen Euro bringen

Wien - Mit einer Aufstockung des Grundkapitals um 18 Prozent will sich die Erste Bank jene rund 750 Mio. über die Börse holen, die sie benötigt, um ihrem Hauptaktionär, der Anteilsverwaltungssparkasse (AVS), die vorerst von diesem gehaltenen Anteile an der Ces- ká sporitelna abzukaufen. Wie Generaldirektor Andreas Trei- chl am Dienstag in einer Pressekonferenz mitteilte, will die Erste ihr Grundkapital um 9,21 Mio. junger, für 2002 bereits dividendenberechtigter Aktien auf 59,83 Mio. Aktien erhöhen. Weiters wird die AVS im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) aus ihrem Besitz 800.000 alte Aktien zum Kauf anbieten.

Im Rahmen des Bezugsangebots wird jedem Aktionär der Bezug von je zwei jungen Aktien für elf alte angeboten. Die AVS, die derzeit 40,3 Prozent der Aktien der Erste Bank hält, wird ihre Bezugsrechte nur bis zu 25 Prozent ausüben und damit ihren Anteil auf et- wa 35 Prozent reduzieren.

Treichl erwartet, dass die Sparkassen ihre Bezugsrechte voll ausüben und noch darüber hinaus noch weitere Aktien erwerben. Insgesamt sollten AVS und Sparkassen zusammen auf 45 bis 50 Prozent der Aktien kommen. Der Rest soll breit gestreut sein.

Angebotsfrist

Die Angebotsfrist für die Aktien erstreckt sich von 25. Juni bis 10. Juli. Der Preis je Aktie wird am 11. Juli bekannt gegeben. Der Bezugsrechtshandel läuft von 1. bis 3. Juli. Österreichischen Privatanlegern, die bis spätestens 1. Juli einen Zeichnungsauftrag geben, wird eine garantierte Zuteilung von bis zu 200 Aktien angeboten.

Mit dem Erlös aus der Kapitalerhöhung will die Erste Bank ihren Anteil an der Ceská sporitelna, von derzeit 52 Prozent auf rund 90 Prozent aufstocken. Der AVS würden dann etwa drei Prozent verbleiben. "Wir wollen die Erträge der Ceská sporitelna - im Vorjahr 56,3 Mio. Jahres- überschuss - in der eigenen Bilanz haben", begründete Treichl die Transaktion innerhalb der Sparkassenfamilie. Ein Teil des Emissionserlöses soll auch zur Rekapitalisierung Rijecka Banka dienen, sagte Treichl. (gb, DER STANDARD, Printausgabe 26.5.2002)

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